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Kirche in WDR 3 | 29.05.2020 | 07:50 Uhr

Erkenntnis

 

Guten Morgen!

Es ist der 29. Mai 1953, also heute vor 67 Jahren. Die beschwerliche Mission von Edmund Hillary und Tenzing Norgay findet ihren Höhepunkt. Sie sind die ersten Menschen überhaupt, die den Gipfel des Mount Everest besteigen. In der Frühe machen sich die beiden von ihrem Lager auf achteinhalbtausend Höhenmetern auf den Weg zur letzten Etappe. Gegen 11:30 Uhr setzen sie ihre Füße auf den Gipfel. Damit ist der höchste Berg der Erde bezwungen. „Der Bastard“ – wie Edmund Hillary ihn später nannte.

Inzwischen versuchen sich jedes Jahr zahlreiche Menschen am Gipfel des Mount Everest. Nicht weniger als 300 haben diesen Aufstieg mit dem Leben bezahlt. An manchen Tagen bilden sich sogar Schlangen auf dem Weg zum Gipfel.

Aber nicht nur Bergsteiger sind hier zu finden. Auch internationale Wissenschaftler und Forscher arbeiten am Mount Everest. Auf 6000 Höhenmetern zum Beispiel liefern Untersuchungen im Bereich der Lungenforschung wertvolle Erkenntnisse für Sportler, Fernreisende und auch für andere Bereiche der Medizin.

Für mich steht der Mount Everest für das, was der Mensch auf dieser Erde schon erreicht hat. Wie viele Erkenntnisse wir Menschen inzwischen über unser Leben, unsere Erde und darüber hinaus über das Universum haben.

Das ist im Alltag so selbstverständlich. Aber dass wir Menschen fähig sind, Erkenntnisse zu erhalten, dass wir erkennen können – das gehört für mich zu den größten Geschenken unseres Menschseins. In der christlichen Tradition ist Erkenntnis eine der sogenannten „sieben Gaben des Heiligen Geistes“. Auch um Erkenntnis bitten daher die Christen in diesen Tagen vor Pfingsten, an denen es besonders um den Geist Gottes geht und sein Wirken. Diese Gabe der Erkenntnis beschränkt sich für die christlichen Meister der Spiritualität nicht auf das menschliche Wissen. Es geht vielmehr darum, die Wirklichkeit, die den Menschen umgibt, als Geheimnis Gottes tiefer zu erforschen. Dahinter steht die tiefe Beziehung von Gott zu seinen Geschöpfen. Der Mensch ist das Wesen, das die Erde und das Leben darauf als ein Geschenk begreifen darf. Der Mensch mit seinem Intellekt kann jene Höhen erklimmen, von denen aus er die Zusammenhänge des Lebens erkennen kann. Die Diskussionen um den Klimawandel machen das dramatisch deutlich: Die Erde gehört nicht dem Menschen, sie ist ein Geschenk und wir Menschen dürfen sie nutzen.

Die Erde gehört aber auch nicht nur Einzelnen, sondern sie gehört allen und den nachfolgenden Generationen. Deshalb sollten Respekt und Dankbarkeit unser Leben auf dieser Erde prägen.

Die Gabe der Erkenntnis hilft zu verstehen, dass die Schöpfung eben das schönste Geschenk Gottes ist, das es zu bewahren gilt. Schön zum Ausdruck gebracht hat das der Apostel Paulus vor 2000 Jahren, wenn er an die Gemeinde in Ephesus schreibt: „Der Gott Jesu Christi (…) gebe euch den Geist der Weisheit und der Offenbarung, damit ihr ihn erkennt. Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt.“ (Eph 1, 17-19)

Sicher: Paulus war weder Klimaschützer noch konnte er voraus sehen, zu welchen Höhenflügen die Menschheit einmal im Stande sein würde. Aber aus seinen Worten spricht für mich ein unbändiger Optimismus. Lassen Sie sich doch mal ganz persönlich diesen Satz auf der Zunge zergehen: „Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid.“ (Eph 1,18)

Einen erkenntnisreichen Tag wünscht Ihnen Pfarrer Andreas Möhlig aus Aachen.

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