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Kirche in WDR 4 | 05.12.2019 | 08:55 Uhr

Es kommt darauf an, auf wen man wartet

Guten Morgen!

Er kommt! Ganz Dortmund ist aus dem Häuschen. Wir schreiben das Jahr 1899. Monatelang fiebert die Stadt der Ankunft des Gastes entgegen. Minutiös wird geplant. Kosten und Mühen kennen kein Limit. Er kommt tatsächlich! Berlin hat telegrafiert, und Preußens Provinz Westfalen ist in gespannter Ekstase. Er kommt! Seine Majestät, Kaiser Wilhelm der II. höchst selbst, gibt der Stadt die Ehre.

Am 11. August vor 120 Jahren wird wahr, worauf die Dortmunder warten, wofür sie geplant und malocht haben. Der Kaiser kommt, um Dortmunds Hafen einzuweihen. Mit dem Dampfboot Strewe naht der Monarch auf dem Kanal. Betritt um Punkt halb zehn Dortmunder Boden. Schreitet die Reihen der Honoratioren ab. Hält eine knappe Rede und rollt dann Richtung Innenstadt - in offener Kutsche, vierspännig. Gefolgt von berittenen Truppen. An den Straßen stehen staunend, jubelnd, winkend Frauen und Männer, Kinder und Greise. Zigtausende.

Vermutlich hätte auch ich da gestanden, vor 120 Jahren in Dortmund. Protestantische Pfarrer pflegten national und kaisertreu zu sein bis in die Bartspitzen. Hätte gewartet und gejubelt wie die anderen.

Ein Hoch auf den, der da kommt.

Wilhelm hat dann noch eine Hütte besucht. Eisen und Stahl für Schiffe und Kanonen. Der Gast hat große Pläne für Nation und Kontinent. 20 Jahre später sind 17 Millionen Europäer tot.

„Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!

Wer ist der König der Ehre?“ So steht es in einem alten Gebet der Bibel, Psalm 24. In den Kirchen wird dieser Psalm zum Anfang des Advents gelesen – seit ewigen Zeiten.

Advent: Zeit der Erwartung. Ankunftszeit.

Fragt sich: Wer ist der, der da kommt?

Ein Prophet sagt es voraus: „Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel.“

Und dann kommt er. Am ersten Advent erzählt man die Geschichte.  

Jesus zieht ein in Jerusalem. Begeisterte Menschen am Straßenrand. „Hosianna“ und „Gelobt sei, der da kommt.“ Tags drauf schreien sie „Kreuziget ihn.“ Und dann: kurzer Prozess.

Die Botschaft des Advents ist: Gott weiß, wie‘s endet. Und macht sich trotzdem auf den Weg zu dir, zu mir, zu uns. Arm ist er. Und reitet auf einem Esel.

Dieser Gott zahlt mit dem eigenen Leben - am Kreuz. Weil er nicht aufhört zu lieben. Aus Liebe predigt er Frieden statt Krieg. Aus Liebe heilt er Kranke. Aus Liebe teilt er alles mit den Armen – auf dass alle genug zum Leben haben.

Jesus ist der, der da kommt. Gott fordert keine Opfer – wie die Herren der Welt. Er steigt einfach vom Himmel herab – in eine Krippe, am Ende ans Kreuz. Gott kommt - ins Leben und ins Sterben. Setzt auf nichts als die Liebe. Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch!

Einen guten Tag wünscht Ihnen, Ulf Schlüter, Bielefeld.

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

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