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Kirche in WDR 2 | 27.01.2021 | 05:55 Uhr

Esther Bejarano – Auschwitz Überlebende

O-Ton: Ich habe ganz viel Glück gehabt, ganz viel. Schon allein die Zeit in Auschwitz. Das ist ein ganz großes Glück gewesen.

 

Autorin: erzählt Esther Bejarano, 96 Jahre alt, Jüdin und Auschwitz Überlebende. Die ersten vier Wochen in Auschwitz habe sie nur Steine schleppen müssen. Nach vier Wochen sei sie am Ende gewesen. Körperlich und seelisch. Sie hat gedacht: Bald breche ich zusammen. Und dann werde ich vergast. Weil sie so eine schöne Stimme hat, muss sie abends für die Blockältesten Lieder singen.

 

Ton: Von Schubert, Bach, Mozart. Das war mein Glück.

 

Autorin: Dann sucht das Mädchenorchester von Ausschwitz eine Akkordeonspielerin. Man fragt Esther, ob sie das könne. Ja, sagt sie. Doch das ist gelogen. Sie kann nur Klavier spielen. Als sie vorspielen soll, sagt sie, sie müsse erst mal kurz üben und verzieht sich in eine Ecke. Sie weiß, es geht ums nackte Überleben. Schließlich findet sie heraus, wo C-Dur liegt. Den Rest leitet sie sich ab. Beim Vorspiel muss sie „Bel Ami“ spielen.

 

Musik: Titel „Bel Ami“, CD La Vita Continua, Track 14, aus der Box: “ama la vita”, Bejarano& die Microphone Mafia, KuS Entertainment GmbH 2018, LC 20702, AL!VE.

(1:00-1:12 Länge: 0:12 min.)

 

Musik: Du hast Glück bei den Frauen, bel ami. So viel Glück bei den Frauen.

Autorin: Sie bekommt den Job. Das Mädchenorchester muss an der Rampe stehen und spielen, wenn die Züge kommen. Die Menschen winken ihnen zu, was für eine nette Begrüßung denken sie. Danach werden 85 Prozent von ihnen vergast. Juden, Homosexuelle, politisch anders Denkende. 1,1 Millionen allein im KZ Auschwitz.

Musik: Wann jeiht dr Himmel uch för mich widder op Wann jeiht dr Himmel widder op?

Autorin: Dann bekommt Esther Bejarano Typhus. Für Juden im KZ Auschwitz das Todesurteil. Doch der Lagerkommandant Moll – genannt die Bestie - hat einen Narren an ihr gefressen. Er will, dass sie überlebt. Mach sie gesund, sagt er zu der Ärztin. Sonst bring ich dich um.

O-Ton: Seit dem ich in Auschwitz war, kann ich einfach nicht an Gott glauben. Weil ich hab so viel Elend und so viel Schreckliches gesehen und hab immer gedacht, wo ist denn jetzt Gott.

Autorin: Esther Bejarao ist viel unterwegs. Wenn nicht gerade Corona ist. Zusammen mit ihrer Band der „Microphone Mafia“ rappt sie gegen rechts. In der Band spielen ein Jude, ein Moslem und ein Katholik. Oft treten sie in Schulen auf. Den Schülern sagt sie:

 

O-Ton: Ihr habt überhaupt keine Schuld an dem, was damals geschah, aber ihr macht euch schuldig, wenn ihr nichts über diese Zeit wissen wollt. Darum bitte ich Euch: Hört gut zu und verinnerlicht das, weil es ganz wichtig ist, das so etwas nie wieder passiert.

 

 

Quelle: „Wann geht der Himmel wieder auf“ aus der CD „Erinnerungen“, Esther Bejarano, dem Buch Erinnerungen beigelegt, Hrsg. Antonella Romeo, Verlag: LAIKA Galerie der abseitigen Künste, ISBN 978-3-948478-00-1, 2019 1. Neuauflage

 

Alle O-Töne sind von der CD kopiert mit der schriftlichen Genehmigung von Esther Bejarano

 

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