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Kirche in WDR 3 | 02.02.2021 | 07:50 Uhr

Maria Lichtmess

Heute ist Weihnachten schon 40 Tage vorbei.

Aber die katholische Kirche feiert heute noch einmal ein weihnachtliches Fest.

40 Tage nach dem Hochfest der Geburt Jesu wird heute ein Fest gefeiert, für das es zwei gängige Namen gibt. Die Namen sind etwas verwirrend: Oder können Sie sich vorstellen was unter „Darstellung des Herrn“ oder „Mariä Lichtmess“ zu verstehen ist?

Nun: Den biblischen Hintergrund liefert uns der Evangelist Lukas:

(Sprecher)Als sich für sie die Tage der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung erfüllt hatten, brachten sie das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn darzustellen, wie im Gesetz des Herrn geschrieben ist: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn heilig genannt werden. Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.“ (Lk 2,22-24)

Jesus wird also von seinen Eltern in den Tempel nach Jerusalem gebracht.

Maria und Josef beachten als fromme Juden die vorgeschriebenen Reinheitsvorschriften.

Und für Jüdinnen gibt es eine vorgeschriebene kultische Reinigung, 40 Tage nach der Entbindung. Daher hieß das Fest früher auch „Mariä Reinigung“.

2 Tauben sollten als Versöhnungs- und Reinigungsopfer dargebracht werden.

Vielleicht schütteln wir heute über so eine Reinheitsvorschrift den Kopf.

Aber so ein Verständnis von Reinheit kann eines bewusst machen:

die Begegnung mit Gott bedarf einer besonderen Vorbereitung des Menschen.

Beim heutigen Fest geht es also zum einen um Maria, die vor Gott wieder rein wird.

Maria geht aber nicht alleine nach Jerusalem.

Sie nimmt ihren Erstgeborenen Sohn mit, um ihn dem Herrn darzustellen, zu präsentieren. Daher der andere Name des Festes: „Darstellung des Herrn“.

Der biblische Hintergrund hierfür stammt aus der Exodus-Tradition.

Gott hat Mose aufgetragen, alle Erstgeburt als geheiligt zu erklären.

Und was Gott geheiligt hat, gilt als zu Gott gehörig.

Darum schreibt die Torah vor, die Erstgeborenen vor Gott zu bringen und durch eine Opfergabe auszulösen.

Wenn man so will, ist dieser Tag derjenige, der nach jüdischem Ritual den Prozess der Geburt beendet – im kultischen Sinne.

Und daher ist das Fest der Darstellung des Herrn ein weihnachtliches Fest.

Später wird es auch mit einer Lichterprozession verbunden und werden an diesem Tag auch die Kerzen geweiht.

Daher stammt die volkstümliche Bezeichnung Mariä Lichtmess.

Der Evangelist Lukas berichtet auch, dass die Darbringung Jesu nicht unbemerkt bleibt. Die Eltern Jesu begegnen dem betagten Simeon und danach der Prophetin Hanna.

Simeon wartet darauf, vor seinem Tod den erwarteten Messias zu sehen.

Er erkennt, dass Jesus kein gewöhnliches Kind ist und preist ihn als den Erlöser Israels:

(Sprecher) „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.“ (Lk 2,29-32)

Diesen Hymnus des Simeon hat die Kirche als festen Bestandteil in die Komplet aufgenommen; das Stundengebet an der Schwelle zur Nacht.

Der Theologe Klaus Berger schreibt dazu:

(Sprecher) „ … (d)ieser Hymnus strahlt gelöste Abendstimmung aus, Erleichterung nach der Last des Tages und zugleich Freude darüber, dass der lange Weg zu einem Ziel gekommen ist. Das Leben und Warten Simeons war nicht sinnlos. (…) Abend für Abend sagt dieser Hymnus: Jeder Tag ist einer, an dem wir Gottes Heil schauen durften, jedes Jahr seit Christi Geburt ist ein Jahr des Heils“.

Auch am Morgen ein wunderbarer Gedanke!

Und so wünsche ich Ihnen einen lichtvollen Tag, an dem Gottes heil spürbar wird.

Ihr Peter Krawczack aus Düsseldorf


 

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