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Kirche in WDR 5 | 04.03.2020 | 06:55 Uhr

Fasten als neuer Blick auf die Welt

Fasten als Detox – klar, da denkt man an eine körperliche Entschlackungskur. Tipps dazu, wie man das machen kann, findet man ja überall reichlich. Neuerdings kommt dazu: Verzicht im digitalen Bereich: Offline zu sein ist ja bereits neue Wellnessprogramm, mit dem man einen neuen Blick auf das eigene Leben entwickeln kann. Wie das gehen kann? Dazu hat mir eine Geschichte aus der Bibel quasi die Augen geöffnet:

Jesus sieht da einen Mann, der von Geburt an blind ist (Vgl. Joh 9,1-7). Er nimmt Erde vom Boden, vermengt sie mit ein wenig von seinem eigenen Speichel, und dann streicht er diesen Brei auf die Augen des Mannes. Nachdem dieser dann den Erdbrei wieder abgewaschen hat, kann er sehen. Ich weiß zwar nicht, wie man solch ein Wunder erklären kann, beziehungsweise ob man es überhaupt erklären kann, aber mir sind an der Geschichte zwei Dinge sehr bewusst geworden.

Eigentlich ist es gar nicht schön, auf welche Weise diese Heilung hier vor sich geht. Schmutz von der Erde, und auch noch mit Spucke angerührt? Wer will das schon im Gesicht haben? Ist doch eklig, oder?

Wenn ich mir dann aber klar mache, was es bedeutet Speichel auszutauschen zwischen zwei Menschen, dann geht mir auf: das geht nur, wenn ganz viel Liebe im Spiel ist. Für ein liebendes Paar ist so ein inniger Kontakt selbstverständlich, ohne Liebe ist es undenkbar.

Und das zweite Element dieser Heilungsgeschichte ist die Erde – der Boden, auf dem der Blinde steht. Um sehen zu können braucht der Mensch eine Rückgebundenheit an den Boden unter seinen eigenen Füßen. Ich verstehe das so: Die Erde steht bei dem Heilungswunder für die Rückgebundenheit an die eigenen Wurzeln, an die eigene Wirklichkeit. Das leuchtet mir sofort ein und entspricht auch meinen eigenen Erfahrungen.

Wenn es um einen neuen Blick auf die Welt und auf mein Leben geht, dann bedarf es einfacher Dinge, wie bei der Heilungsgeschichte mit Erde und Spucke – Geht‘s noch alltagstauglicher? Alles, was ich dafür brauche, ist ja überall vorhanden.

Wie oft bin ich allerdings selbst blind für das ganz Alltägliche?

Offene Augen und ein liebevoller Blick für all die Dinge, die eigentlich als unwichtig und unbedeutend gelten, eben als Spucke und Dreck. Wie viel mehr steckt aber hinter den einzelnen Dingen? Ich muss es nur richtig sehen.

Bereits der Kirchenvater Augustinus nennt als das Wichtigste: „Unsere Aufgabe in diesem Leben ist nichts anderes, als das Auge des Herzens zu heilen, mit dem Gott gesehen wird.“

Ich bin davon überzeugt, dass ich Gott in meinem Alltag gar nicht übersehen kann, wenn mein Blick liebevoll, zugewandt und hoffnungsvoll auf die Menschen und Dinge in meinem Leben gerichtet ist.

Aus Oberhausen grüßt Sie Ingelore Engbrocks


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