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Kirche in WDR 3 | 30.12.2020 | 07:50 Uhr

Fehler und Irrtümer

Guten Morgen!

Ab und an gehe ich in mich und ziehe Bilanz. Das Jahresende ist manchmal so ein Anlass. Ich denke dann darüber nach, was mir gelungen ist. Vielleicht habe ich dafür ein besonders gutes Gedächtnis, aber hier fällt mir immer schnell einiges ein. Erfolge motivieren mich. Und es trifft mich schon, wenn ich den Eindruck habe, sie werden von anderen gar nicht gesehen oder nicht wahrgenommen. Und dann merke ich aber auch: Meine Erfolge sind nicht ausschließlich das Ergebnis meiner eigenen Bemühungen. Oft haben andere mitgewirkt und nicht unerheblich zu einem guten Ergebnis beigetragen.

 

Und dann habe ich natürlich auch Fehler gemacht. Manchmal habe ich eine Situation falsch eingeschätzt. Oder ich habe falsche Schwerpunkte gesetzt. Es kommt auch vor, dass ich etwas gegen meine eigentliche Überzeugung entschieden habe – aus Rücksicht auf andere. Ja, wenn ich Bilanz ziehe, dann komme ich nicht an meinen Fehlern und Irrtümern vorbei.

 

Wenn ich Bilanz ziehe - an meine Fehler und Irrtümer und an meine Erfolge denke - dann hoffe ich immer sehr, dass das Positive überwiegt. Denn auch hier möchte ich natürlich am liebsten schwarze Zahlen schreiben.

 

So dachte ich lange. Ein Satz von dem Theologen Dietrich Bonhoeffer hat mich erst etwas verunsichert und dann sehr nachdenklich gemacht. Bonhoeffer formulierte: „Ich glaube, daß auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind und daß es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.“ (1)

 

Ich finde das unglaublich entlastend: Gott wird auch mit meinen Fehlern und Irrtümern fertig. Sie halten Gottes wohlmeinendes Wirken nicht auf. Und ich selbst bin mehr als die Summe meiner Fehler und Irrtümer, die ich begangen habe.

 

Und dann denke ich an meine Erfolge oder - wie Dietrich Bonhoeffer sagen würde - an meine Guttaten. Oder vielmehr: vermeintlichen Guttaten. Vermeintlich deshalb, weil: Ich brauche mir bei Gott nichts zu erarbeiten, nichts zu verdienen. Ich kann mutig entscheiden und auf Gott hoffen.

 

Denn ganz so einfach ist es ja nicht: Was ich für gut halte, kann sich woanders negativ auswirken, und mancher Irrtum hat am Ende doch noch für ein Happy End gesorgt. Ich kann alles anschauen – ehrlich zu mir sein – und dann beides in Gottes Hand legen: das, was ich für Fehler halte, und meine vermeintlichen Erfolge. Stolz auf gute Taten und eine positive Jahresbilanz darf ich sein. Klar. Das nimmt Gott mir nicht weg. Aber darauf kommt es nicht an. Es kommt darauf an, dass vor Gott diese kleine Bilanz nicht zählt. All mein Tun ist aufgehoben in dem viel größeren Wirken Gottes, der aus Schlechtem Gutes entstehen lassen kann und will.

 

Einen guten Tag, an dem Sie versuchen, beherzt das Richtige zu tun, wünscht Ihnen Präses Manfred Rekowski aus Wuppertal.

 

 

(1) Dietrich Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung, DBW Band 8, Seite 31.

https://www.dietrich-bonhoeffer.net/zitat/12-ich-glaube-dass-auch-unsere/ (letzter Abruf 28.11.20)

 

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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