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Kirche in WDR 2 | 01.07.2019 | 05:55 Uhr

Female Pleasure

„Hier, das ist für dich, sister“, sagt meine Freundin, und drückt mir ein liebevoll verpacktes Geburtstagsgeschenk in die Hand. Dabei guckt sie entschlossen und grinst. Was das wohl ist, frage ich mich und packe es aus. Zum Vorschein kommt ein Arm aus Plastik. Was ist das denn? Ein Arm mit einer geballten Faust und rot lackierten Fingernägeln. In der Faust ist ein Loch – es ist eine Blumenvase! Meine Freundin lacht.

Die geballte Faust – mit den roten Fingernägeln ist ein Symbol für den Kampf der Frauen. Sie kämpfen weltweit  für mehr Rechte;  für ihre Befreiung aus unterdrückenden Strukturen. Ich kenne diese Faust. Sie wirbt von dem Werbeplakat für den Film Hashtack Female Pleasure. In dem Film erzählen fünf Frauen aus fünf Kulturen, wie sie für eine selbst bestimmte weibliche Sexualität kämpfen.

Die Schweizer Regisseurin Barbara Miller zeigt, wie global das Problem von Diskriminierung, Frauenhass und sexualisierter Gewalt ist. Sie beschreibt, wie patriarchale Strukturen und Religionen die Frauenfeindlichkeit befeuern.

Auch ich kenne das. Sexuellen Missbrauch in der Kirche. Wenn ich davon höre, balle ich innerlich die Faust. Oder wenn ich von Frauen höre, die nicht beteiligt werden, nur weil sie Frauen sind. Denn ich glaube:  Gott will genau das nicht.
Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten, heißt es in der Bibel. Das Vertuschen und Verschweigen von sexuellen Übergriffen und struktureller Ausbeutung verstößt gegen Gottes Gebot. Wer ehrlich Sünden bekennt, dem kann auch vergeben werden. Allein aus Gnade. Doch zuvor bedarf es der öffentlichen Anklage und der rechtlichen Verfolgung.

Die Vase mit der Faust und den roten Nägeln steht auf unserem Esstisch. Ich habe noch eine Karte mit einem Text aus der Bibel dazu gestellt. Im Hohelied der Bibel heißt es:

„Wie schön, deine Füße in den Sandalen, edle Tochter. Die Rundungen deiner Schenkel wie ein Collier, gefertigt von begabten Händen. Deine beiden Brüste, wie zwei Kitze, Zwillinge einer Gazelle.“

Das Hohelied der Liebe ist für mich ein Loblied auf den weiblichen Körper. Und auf die weibliche Lust, die genau wie den Männern, gottgegeben ist.

Text und Faust stärken mich. Und halten meine Hoffnung wach, dass wir viele sind, die es gemeinsam schaffen können, der Gewalt an Frauen und Mädchen etwas entgegen zu setzen. Frauen und Männer. Gemeinsam - mit Gottes Hilfe.

Sprecherin: Sabine Steinwender-Schnitzius

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