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Kirche in WDR 5 | 30.07.2021 | 06:55 Uhr

Freiheit gefährdet

Guten Morgen.

Endlich frei. Doch das ist noch nicht das pralle Leben, in das sie sich zurückgesehnt haben. Die neue Freiheit mutet ihnen auch ganz schön viel zu. Sie haben den Eindruck: In der Zeit der Einschränkungen, da ging es uns doch besser. Wir wussten alle, wir können nicht so leben, wie wir es eigentlich wollen. Darin waren wir alle gleich. Und alle hatten wir wenigstens genug zu essen, wir kamen über die Runden – so schlecht war das damals gar nicht. Dieses „damals“ das war für das Volk Israel die Unterdrückung in Ägypten. In der Bibel ist diese schon 3000 Jahre alte Unterdrückungs- und Befreiungsgeschichte aufgeschrieben. Kaum befreit, verklären einige regelrecht die alten Zeiten – und sie reden von den „Fleischtöpfen Ägyptens“ – die hat es nun wirklich nicht gegeben – aber um eine schlechte Atmosphäre zu erzeugen, werden schon immer dreiste Lügen aufgetischt – und geglaubt. Damals wie heute. So macht sich eine schlechte Stimmung breit: Sie sind unzufrieden mit der Versorgungslage, sie nörgeln über die unfähigen Verantwortlichen – und nicht zuletzt fragen sie nach Gott: Was hatte man ihnen nicht alles versprochen – „Gott will die Freiheit für euch“, hieß es. Und was ist: Sie laufen noch immer diesen unfähigen Leuten hinterher, den beiden Anführern in die Freiheit Mose und Aaron. Ein Land in dem Milch und Honig fließt hatte man ihnen versprochen. Aber noch immer streifen sie durch die Wüste auf der Suche nach diesem Stück Erde … Was ist von all den schönen Worten wahr geworden …?, fragen sie sich. Nichts – alles nur heiße Luft.

In dieser ungemütlichen Lage geschieht etwas Unerwartetes: Das Volk Israel entdeckt in seiner unmittelbaren Umgebung etwas, was ihnen zum Überleben hilft – Manna nennen sie es. In diesem Namen steckt die hebräische Frage: Man – hu?! Auf Deutsch: Was ist das?! Das sollen kleine, süße Kugeln sein, die nahrhaft genug sind, um sich eine ganze Zeit lang zu ernähren. Zugegeben kein Galadiner – aber es hilft den Hunger zu stillen. Es gibt genug davon für alle. Damit sie satt sind und sich nicht nach der alten Zeit der Unfreiheit zurücksehnen, wo es immerhin genug zu essen gab. Keine Zeit mehr zum Nörgeln. Sie müssen selbst aktiv werden und diese kleinen Kugeln einsammeln, die überall herumliegen. Jeden Tag gibt es neue, frische Manna–Kugeln. Nur am 6. Tag der Woche, da gibt es genug Manna–Kugeln für zwei Tage. So können die Israeliten sogar in der Zeit der Wanderung durch die Wüste ihren Ruhetag einhalten, ohne arbeiten zu müssen. Das ist der7. Tag der Woche.

Und meine Manna–Kugeln, um in diesen Tagen gut durchzukommen? Ich habe drei verschiedene Sorten: die erste Sorte – das sind die Bilder von meinen Enkeln, die mir gelegentlich zugeschickt werden. Die zweite Sorte sind Lieder, die mir einfallen oder die ich mir vorspielen lasse. Und die dritte Sorte – erinnert wahrscheinlich am ehesten an die Manna–Kugeln aus der biblischen Geschichte: Schoko–Riegel. Jeden Tag frage ich mich: Was ist das, das mir helfen könnte? Und ich finde neue Mana–Kugeln – Sie auch?!


Genießen Sie die Freiheit, die Sie haben - das wünscht Ihnen Ihr Eberhard Helling, Pfarrer aus Lübbecke.

 

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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