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Kirche in WDR 4 | 14.08.2019 | 08:55 Uhr

Freude

Guten Morgen!
Kennen Sie eigentlich auch so Menschen, die immer und überall was zu meckern haben? Ich begegne denen oft. Denn ich fahre viel Zug. Im Zug scheinen viele Leute dünnhäutig zu werden. Da reichen fünf Minuten Verspätung und schon fährt einer aus der Haut und schreit die Zugbegleiterin an. Oder noch besser: Erst neulich regt sich ein Mann die ganze Fahrt darüber auf, dass der Zug überpünktlich ist und den Endbahnhof einige Minuten früher erreichen wird. Warum das so schlimm ist, habe ich bis zuletzt nicht verstanden.

Ich denke, solche Menschen haben wenig Freude. Wer immer alles durch die dunkle Brille sieht und schlecht redet, wird irgendwann verbittert. Umso wichtiger ist es, dass ich mir die Freude nicht nehmen lasse. Auch, wenn mal wieder nicht alles so läuft, wie ich es gerne hätte und der Zug Verspätung hat.

Ich erinnere mich dann an das, was der Apostel Paulus mal gesagt hat. Es steht in der Bibel. Paulus schreibt da: „Freut euch immerzu, weil ihr zu Gott gehört. Ich sage es noch einmal: Freut euch!“ (Philipper 4,4, Die Basisbibel)
Paulus ist ganz anders als die Meckerer in meinem Zug. Denn den Satz hat er nicht in einem freudigen Moment seines Lebens geschrieben. Er sitzt im Gefängnis und weiß nicht wie es weitergeht. Aber statt zu meckern und aufzugeben, schreibt er von der Freude.
Ein faszinierender Mensch.

Früher hat Paulus Christen verfolgt. Er hat gegen den Glauben gekämpft. Dann hat er sich überzeugen lassen von diesem Glauben. Die Bibel nennt das „Bekehrung“. Ich würde einfacher sagen: Er hat sich ansprechen lassen. Er hat Vertrauen gefasst zu einem Gott, der sich ihm zugewendet hat. Ausgerechnet ihm. Paulus. Dem, der die Gläubigen verfolgt hat. Dieser tiefe Glaube ist es, der Paulus auch in den dunklen Stunden im Gefängnis voller Zuversicht sagen lässt: „Freut euch immerzu, weil ihr zu Gott gehört! Ich sage es noch einmal: Freut euch!“
Ob ich diese tiefe Zuversicht auch habe? Ich weiß es nicht. Bisher habe ich auch noch nicht im Gefängnis gesessen. Aber zumindest im Zug weiß ich jedenfalls, dass ich mir von fünf Minuten Verspätung die Freude nicht nehmen lasse.


Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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