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Kirche in WDR 2 | 11.06.2021 | 05:55 Uhr

Fußball-Europameisterschaft

Gerade beginnt die Fußbal1-Europameisterschaft. Was hat das mit der Kirche zu tun? Ziemlich viel.

Einmal im Jahr, vor Beginn der Bundesligasaison, ist im Kölner Dom eine ökumenische Andacht für Fußballfreunde. Über Kardinal Woelki kann man sagen was man will: Aber auch sein Herz schlägt für den 1.FC Köln.

Finden Sitzungen statt, während ein Spiel des FC läuft, gehört die Information über die Zwischenstände zum Ritual, das der Erzbischof auch gerne persönlich bedient – so zuletzt bei dem fulminanten Relegationsspiel der Kölner gegen Kiel. Da ging es um ernste Themen – dass es im Erzbistum kracht. Aber dennoch hat sich Kardinal Woelki die Freude über seinen Verein nicht nehmen lassen.

Übrigens: Wenn es bei den Kölnern im Stadion kracht, ist die Kirche mit zur Stelle. Der Pfarrer von Müngersdorf, wo das Stadion liegt, ist beratendes Mitglied der Stadionverbotskommission, Dr. Wolfgang Fey ist als ehemaliger Militärseelsorger und promovierter Theologe eine gute Unterstützung für den Fanbeauftragten, eine Sozialarbeiterin und einige leitende Vereinsmitglieder, wenn es darum geht, ob ein Fan Stadionverbot bekommt. Hierbei gilt: wer Fehler zugibt und Besserung gelobt, hat eine gute Chance auf Vergebung. Wer stur und bockig ist, wird eher die Lossprechung. verweigert. Ich finde das Verfahren fair. Und dass der FC da externe Beratung einholt, auch durch Pfarrer Fey, da kann die Kirche sogar von lernen.

Der Fußball bringt hierzulande und in Europa einfach viele zusammen. Viele Funktionäre des Fußballs sagen: "Wir sind eine Integrationsmaschine, das letzte Lagerfeuer der Gesellschaft". Und da ist ja was dran. Als Papst Benedikt vor über vierzig Jahren noch Erzbischof in München war, hielt er vor der Weltmeisterschaft damals eine Radioansprache zum Fußball. Er sagte:

"Die Spieler werden zum Symbol des eigenen Lebens; das wirkt auf sie zurück. Die Spieler wissen, dass die Menschen sich in ihnen selbst dargestellt und bestätigt finden". Die Fußballvereine haben dies heutzutage gut begriffen und engagieren sich deutlich gegen Fremdenfeindlichkeit, für Fairness und neuerdings auch für Diversität, also die Anerkennung verschiedenen Lebens formen.

Um all diese Themen geht es also auch, wenn die Fußballer den Rasen betreten. Aber natürlich geht es auch um Sieg und Niederlage. Um Scheitern und Auferstehung – würde ich als Kirchenmann sagen. Und es geht um Gemeinschaft, Treue und  Ehre. Im Kölner Stadionlied heißt es: "Un mer jonn met dir wenn et sinn muss durch et Füer". Die Kölner würden mit ihrem FC also sogar durch Feuer gehen. Das ist doch Treue. Es klingt wie das Versprechen bei einer Hochzeit: In guten und in schlechten Tagen. Wobei wir Kölner ja die schlechten Tage gut kennen. Da gilt: "Mer halde immer nur zo dir, FC Kölle". Jetzt heißt es die kommenden Wochen, zusammenhalten mit der Nationalmannschaft – aber auch mit Europa. Die Fußballeuropameisterschaft ist ein Fest der Gemeinschaft. Das brauchen wir nach dieser langen Zeit der Pandemie so dringend. Und ob wir dabei siegen oder verlieren: Ich bin mir sicher: Am Ende siegt die Gemeinschaft. Allein, dass wir Europäer unser Kräftemessen auf dem Rasen austragen und nicht mehr auf dem Kriegsschauplatz, dafür bin ich dem Fußball und dem Herrgott dankbar.

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