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Kirche in WDR 2 | 29.02.2020 | 05:55 Uhr

Gastfreundschaft

Sie kamen mit dem Bus aus Belgrad. 25 Stunden Reise lagen hinter ihnen. Ein paar Pausen inbegriffen. Als der Bus in Düsseldorf ankommt, ist es schon wieder Nacht.
Das Sammeltaxi, das sie zu ihrer Unterkunft bringen soll, wartet schon.

Müde Gesichter fragen sich, wo sie wohl untergebracht werden. Wahrscheinlich nichts Tolles. Vielleicht ein Hostel? Mehrbettzimmer, Etagenbetten, Frühstückssaal. Irgend sowas wahrscheinlich. Würde für den Anfang ja auch reichen. Zunächst müssen sie ja sowieso in die Sprachschule, Deutsch lernen.
Ihren Berufsabschluss als Pflegefachkraft haben sie alle in der Tasche und auch das Arbeitsvisum und den Arbeitsvertrag. Ihr neuer Arbeitgeber – ein großes Sozialunternehmen – hat ihnen auch die Unterkunft besorgt, zu der sie jetzt fahren.

Das Haus, vor dem das Taxi anhält, ist gepflegt. Hier wohnen keine Armen, denken sie. Die erste Überraschung: Einzelzimmer für jeden. Zwei Bäder, eine gemeinsame Küche. Alles ordentlich eingerichtet - im Stil eines schwedischen Möbelhändlers. Mit müdem Lächeln bringen sie ihre Koffer in die Zimmer. Eine fragt den Taxifahrer, wo man denn noch etwas zu Essen bekommt. Tut mir leid, sagt der Fahrer. Die Geschäfte sind alle geschlossen.
Die zweite Überraschung: In der Küche steht zur Begrüßung eine große Schale mit frischem Obst. Und ein Blick in den Kühlschrank verrät, es gibt genug zu essen. Voller Begeisterung zückt einer sein Handy und filmt die ganze Wohnung . Auch den Kühlschrank. Die Lieben zu Hause sollen sehen, wie gut sie es angetroffen haben.

Zwei, drei Jahre später ist die deutsche Sprache kein Problem mehr. Und alle haben eine eigene Wohnung.

„Wir haben Arbeitskräfte gerufen. Gekommen sind Menschen.“ Erinnern Sie sich noch an das Zitat von Max Frisch? So hat der Schriftsteller in den 60gern das Anwerben der türkischen Facharbeiter kommentiert.
In Zeiten des Pflegenotstandes sind wir dringend darauf angewiesen, dass Menschen aus fremden Ländern sich aufmachen, um hier zu arbeiten. Aber das wird nur gelingen, wenn wir die Menschen sehen, die da zu uns kommen. Wenn wir ihnen als Menschen begegnen. Ein aufgeräumtes Gästezimmer und ein Abendessen. Mehr hat es nicht gebraucht für ein warmes Willkommen. Als Zeichen der Gastfreundschaft, die sich aber auch im Alltag bewähren muss. Nicht umsonst erinnert uns die Bibel daran: Vergesst nicht die Gastfreundschaft. (Hebräer 13,1-2)). Die jungen Belgraderinnen und Belgrader fühlen sich bis heute willkommen in Düsseldorf.

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius
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