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Kirche in WDR 3 | 20.02.2020 | 07:50 Uhr

Gebet

 

Liebe Hörerinnen und Hörer!

„Ich bete für Sie“, wenn ich das jemandem sage, stoße ich auf die unterschiedlichsten Reaktionen. Für mich erstaunlich: Die meisten Personen nehmen dies dankbar und froh an - auch dann, wenn sie der Kirche fernstehen. Manche lächeln ein wenig ratlos, aber eigentlich habe ich nie eine negative Reaktion bekommen. Ich gebe allerdings auch zu: Ich muss mich überwinden zu sagen: „Ich bete für dich.“ Hört sich das nicht frömmelnd an? Entspricht das nicht dem Klischee einer typischen Priesterantwort?

Ich erzählte einmal einem Bekannten, dass es mir ein Herzensanliegen sei, jungen Menschen die Brücke zum Gebet zu bauen. Daraufhin sagte er mir spontan: „Hören sie auf mit jungen Leuten über das Beten zu sprechen. Beten ist einfach nicht sexy.“ Nun weiß ich nicht, ob „sexy“ die angemessene Kategorie für das Beten ist. Doch eines weiß ich: Beten ist alles andere als öde, langweilig und wirkungslos. Und vor allem, beten kann jeder, auch Sie und ich.

Wenn ich bete, erzähle ich dem lieben Gott nichts Neues. Aber meine Beziehung zu ihm wird lebendig. Das ist wie unter Freunden. Eine Freundschaft bleibt ja nur dann lebendig, wenn Freunde miteinander reden.

Wenn ich jetzt z.B. über das nachdenke, was Sie und mich an diesem Tag erwartet, dann kann ich das ganz leicht zum Gebet machen: Ich erzähle mein Denken dem lieben Gott. Gleichzeitig bitte ich um seine Hilfe, dass dies oder jenes gelingen möge.

Das geht auch im Laufe des Tages. Wenn zum Beispiel ein schwierigeres Gespräch ansteht und ich dies vorher besonders dem lieben Gott empfohlen habe, dann stelle ich immer wieder fest: Ich war bei dem Gespräch nicht allein, ER hat geholfen.

Christsein ist Freundschaft mit Christus. Wie ein roter Faden zieht sich daher das Thema Gebet auch durch die Botschaft Jesu. Und Paulus macht sich diese Botschaft Jesu zu eigen, wenn er in seinem Brief an die Römer empfiehlt: „Seid beharrlich im Gebet.“

Beten ist also wichtig – aber offenbar auch manchmal mühsam– müsste Paulus sonst zur Beharrlichkeit ermahnen?

Was macht es mühsam? Gott antwortet zwar auf mein Gebet, aber nicht immer direkt und sofort und so, dass ich es gleich begreife. Und klar ist auch: es fällt mir leichter mit einem Menschen zu sprechen, den ich sehe, als mit Gott, den ich nicht sehe. Und doch: Gott freut sich über jedes kleine und manchmal vielleicht auch errungene Gebet. Er sieht auf mein Herz und nicht auf die Perfektion. Und wenn ich ihm nur sage: „Jesus, ich weiß gar nicht, was ich dir heute erzählen soll. Mein Herz ist so voll von allen anderen Dingen, und da ist kein Platz für dich.“ Dann bin ich schon mitten im Gebet.

Ein neuer Tag liegt vor uns. Jedes noch so kleine Gebet öffnet das Herz für Gott, und lässt ihn in unseren Alltag. Dass er sich heute bei Ihnen und bei mir zu Hause fühlt, das ist mein Wunsch für Sie und mich. Und noch eines: Ich bete für Sie, besonders heute in der hl. Messe. Ich kenne Sie zwar nicht, aber das mache ich heute einfach mal. Gott kennt Sie und wird das Gebet annehmen.

Ihr Weihbischof Dominikus Schwaderlapp aus Köln

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