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Kirche in WDR 5 | 02.04.2019 | 06:55 Uhr

Gedenken

Gedenken

Guten Morgen!

Heute am 2. April jährt sich zum 14. Mal der Tag, an dem Papst Johannes Paul II. starb. Das war 2005.

Überraschend kam sein Tod damals nicht. Er hatte seine zunehmende körperliche Zerbrechlichkeit, wie auch seine abnehmende Kommunikationsfähigkeit vor der Öffentlichkeit nicht versteckt.

Ich habe noch Bilder vor Augen, wie der Papst in sich zusammengesunken aus dem Rollstuhl heraus den Segen spendet.

Und damit verfolgte der Papst auch eine Botschaft: Seine Vergänglichkeit ließ er immer wieder sichtbar werden, um mit der Verdrängung des Sterbens in einer Gesellschaft zu brechen, in der Jugend, äußere Vollkommenheit und Schönheit vergöttert werden.

Über 4 Millionen Menschen nahmen damals an seiner Beisetzung in Rom teil, nicht zuletzt auch deswegen, weil Johannes Paul II. bis in die letzten Wochen seines Sterbens hinein die Öffentlichkeit gesucht hat. Mir kam es so vor: Dieser Papst starb öffentlich.

Die vielbeachtete Beisetzung des Jahrhundertpapstes ist wie er selbst nun auch Geschichte.

Doch die Erinnerung an ihn bleibt. Immerhin: der Mann hat das Weltgeschehen mitgeprägt. Kein Wunder also dass heute noch täglich tausende Menschen aus aller Welt das Grab von Johannes Paul II. im Petersdom aufsuchen. Viele fühlen sich so mit diesem Mann auch über seinen Tod hinaus verbunden.

Dabei gilt für Papst Johannes Paul II. das, was für jeden anderen Menschen auch gilt, und das Eingang gefunden hat im Buch der Psalmen, in dem es heißt (Ps 103,15f):

„Der Mensch ist so vergänglich wie das Gras. Er blüht gleich einer Blume auf dem Feld. Wenn der Wind über sie hinwegfegt, ist sie dahin. Wo sie gestanden hat, bleibt keine Spur von ihr.“

Alles ist vergänglich, selbst Ehre und Ruhm, so verstehe ich diesen Psalmvers.

Dabei klingen diese Worte schön, fast zärtlich diese literarische Beschreibung über die radikale Abwesenheit der Toten, die jeden Menschen unwiderruflich trifft.

Und dennoch: Ich kann mich mit solcher absoluten Abwesenheit nicht anfreunden. Da muss doch etwas bleiben, da muss doch eine Wertschätzung über den Tod hinaus erfahrbar sein, sowohl bei großen Persönlichkeiten wie Johannes Paul II. als auch bei jedem anderen Menschen.

Ich bin davon überzeugt: Eine tiefe Verbundenheit, die auch Verehrung sein kann, reicht über den Tod hinaus.

Aus solch einer Verbundenheit mit einem Menschen, erwächst dann auch eine Erinnerungskultur, die sich in sehr unterschiedlichen Formen und Dingen entfalten kann.

Für mich sind das z.B. Gegenstände, die dem Toten zu Lebzeiten wichtig waren, und die in der Hand der Hinterbliebenen Erinnerungswert bekommen.

Bei mir ist es ein Bild eines sehr guten Freundes, das ich oft die Hand nehme.

Das Gedenken kann aber auch mit Orten verbunden sein, mit einem Grab, oder auch mit Melodien und Liedern, Redensarten und Gerüchen, mit Erzählungen, Kleidungsstücken, Speisen und Gesten, das alles lässt gedenken.

Solche Gegenstände und Orte können so eine besondere Wirkung entfalten. Sie verstärken nicht nur Erinnerung, sondern sie bringen auch die Kraft hervor, das eigene Leben stark zu machen. Solch Gedenken kann mir auch helfen meine Identität, meinen Platz im Leben zu finden.  

Aus Aachen grüßt sie Christoph Stender.

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