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Kirche in WDR 2 | 19.01.2021 | 05:55 Uhr

Genau richtig

Gleich zu Beginn des Jahres ist Greta Thunberg 18 geworden. Und einer Tageszeitung ist nichts Besseres dazu eingefallen als zu titeln: „Wird der Klimaschutz jetzt erwachsen?“ Gut möglich, dass in irgendeiner Kommentarspalte die Antwort steht: „Sei leise, Boomer!“

Ist Ihnen das auch aufgefallen? Gerade in den sozialen Netzwerken ist der ewige Wettstreit der Generationen allgegenwärtig. Menschen, die in den 60er Jahren geboren wurden, werden von Jüngeren gerne als Babyboomer abgestempelt, was so viel bedeutet wie: Deine Zeit ist vorbei! Wir müssen Euren Lebenswandel jetzt ausbaden! Und umgekehrt, darf sich zum Beispiel ein Politiker einige Häme gefallen lassen, wenn seine Haare noch vollständig und nicht ergraut sind. „Werd Du erstmal erwachsen!“ der Tenor.

Ich frage mich: Ist man eigentlich immer zu jung oder zu alt für etwas?

Eine Designstudentin, zweites Semester, hat mich mal geschockt, als sie sagte: „Ich will in den Kreativbereich. Aber mir ist klar, dass kreativ sein  nur bis 30 funktioniert. Danach ist das Potential erschöpft. Dann ist man zu alt.“

Da saß ich da mit meinen mehr als vierzig Jahren und offenem Mund. Und dachte: „Wie traurig, dass sie sich nur noch acht Jahre gibt.“

 

Vermutlich, hoffentlich, sieht sie das inzwischen anders. Ist ja immer so. Erreichst Du das Alter, das Du mal für uralt gehalten hat, merkst Du: Auch jetzt denke und fühle ich noch. Und wenn es gut läuft, bleibt sogar eine Neugier und ein Entdeckergeist.

Ich finde, dass wir mit diesem gegenseitigen Abkanzeln der Generationen weit unter unseren Möglichkeiten bleiben. Wir hätten uns doch was zu sagen! 

Die sogenannten Boomer zum Beispiel – sie kennen das Leben vor dem digitalen Zeitalter und haben sich das alles draufgeschafft. Ihre Berufe haben sich zum Teil komplett gewandelt. Viele von ihnen sind echte Experten und Expertinnen darin, sich auf etwas ganz Neues einzustellen. Sie wissen aber auch noch darum, wie es ist, als Feierabend Feierabend war und nicht nochmal eben auf der Bettkante die dienstlichen Mails gecheckt wurden. Auch eine gute Expertise, finde ich.

Und für die sogenannten „Digital Natives“ also diejenigen, die ein Leben ohne Internet gar nicht kennen, für die es auch selbstverständlich, als Europäerinnen und Europäer zu leben. Viele von ihnen fragen sich, ob es eine Einteilung in zwei Geschlechter wirklich braucht und welche Normen und Normalitäten eigentlich längst überholt sind. Sie schieben so wichtige gesellschaftliche Entwicklungen an, hinsichtlich des Klimas und der Mobilität, der Freiheit und der Identität der Menschen!

Da ist Bewegung drin! In allen Generationen. Ich finde, wir haben einander echt viel zu sagen. Wäre halt nur gut, miteinander zu sprechen, statt übereinander herzufallen.


 

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