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Kirche in WDR 5 | 27.08.2019 | 06:55 Uhr

Generationenkonflikt - Du sollst nicht spalten!

Guten Morgen!
Welches das wichtigste unter den Zehn Geboten ist? Für meine Konfirmanden ist der Fall fast immer klar: Du sollst nicht töten. Wie gesagt, fast immer. Es gibt noch ein zweites Gebot das sie oft nennen. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren. Das ist ziemlich erstaunlich, denn mit vierzehn ist man nicht durchweg begeistert von seinen Eltern. Trotzdem: die Liebe und der Respekt für Mutter und Vater sind offenbar unverbrüchlich. Wenn ich herausfinden will, welche Werte die Jugendlichen auf keinen Fall aufgeben würden, mache ich gern ein Experiment mit ihnen. „Für Geld würde ich ...“ heißt es. Es gibt da eine Reihe von Antwortmöglichkeiten. Ein Medikament an mir ausprobieren lassen? Einen Mitschüler anzeigen, der geklaut hat? Zehn Kilo zunehmen? Aufs Smartphone verzichten? Es gibt eine Antwort, die wählt keiner: Meine Eltern belügen. Hahaha. Hat doch jeder schon, oder? Ja, antworten die Konfirmanden dann empört. Aber für Geld?! Das wäre das Allerletzte.
Daran muss ich denken, wann immer der angebliche Generationenkonflikt und der Unmut der Jungen über die Alten beschworen wird. Dauernd heißt es: Die Jungen werden von den Alten um ihre Zukunft betrogen. Im Alltag erlebe ich was anderes: Eltern und Großeltern geben in der größten Mehrzahl ihr Bestes, um ihren Kindern eine gute Zukunft zu ermöglichen. Der gut situierte Opa Hans verballert seine Rente eben nicht auf Kreuzfahrten. Er legt dem Hänschen schon früh ein Konto an, finanziert ihm aus der Rente das Studium mit, steckt ihm was zu, damit er sich ein Auto kaufen  kann, und hilft damit nebenbei der Wirtschaft beim Wachsen.
Das Wohlergehen der Alten bedroht die Zukunft der Jungen? Das biblische Elterngebot sagt es genau umgekehrt: Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren – und jetzt kommt es: damit es dir gut geht und du lange lebst in dem Land, das dein Gott dir gibt. Übersetzt: Wenn du die ältere Generation respektierst, schaffst du dir selbst Wohlergehen und Sicherheit. Nur eine Gesellschaft, die ihre Alten ehrt, hat eine gute Zukunft; schließlich sind die Jungen die zukünftigen Alten.
Im Moment wird diese Verheißung für die jüngere Generationen auf eine nie da gewesene Weise wahr: Die Deutschen erben so viel wie nie. (1) In diesem Jahrzehnt wird die sagenhafte Summe von 2600 Milliarden Euro vererbt. Wenn Hans stirbt, dann hinterlässt er 305.000 Euro (2). Wenn Hänschen jetzt seinen Ohren nicht traut, muss er wissen: Das ist der Durchschnitt. Allerdings verschleiert diese Durschnittssumme eine riesige und ungerechte Ungleichheit: Den wenigen Hansen im Glück mit großen Vermögen stehen die vielen Pechhansel gegenüber, die kaum was oder sogar Schulden, vererben. Und das ist der Konflikt, der die Zukunft wirklich bedroht, viel mehr als der angebliche Interessenkonflikt zwischen Alt und Jung. Nicht die Alten rauben den Jungen den Planeten, sondern die Reichen rauben den Armen den Planeten.
Die Schülerproteste „Fridays for future“, die Demos der „Omas gegen Rechts“ und die Forderungen der Sozialverbände, endlich etwas gegen Armutsrenten zu unternehmen, gehören zusammen. Darum, Alt und Jung,: Lasst euch nicht spalten, damit es euch gut geht und ihr lange lebt!

Einen gesegneten Tag wünscht Ihnen Pfarrerin Silke Niemeyer aus Lüdinghausen.

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