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Hörmal | 22.12.2019 | 07:45 Uhr

Gericht

Irgendwann taucht der immer auf.

Der Gedanke an das Gericht.

Also jetzt nicht wegen zu schnellem Fahren, Steuerhinterziehung, Raub und Gewalt oder sonstigen kriminellen Handlungen.

Sondern einfach so. Scheinbar.

Wenn die Rede davon ist, dass irgendwann Schluss ist. Wir alle sterben müssen.

Und dann, ja dann – ne.

Dazu gehört das Bild von der Himmelspforte.

An deren Eingang jemand steht. Und dann sieht man sich vielleicht wieder?

 

Ja, ja. Der liebe Gott sieht alles.

Ist in diesem Sinn dann durchaus als Drohung zu verstehen und wohl auch genau so gemeint.

Also: Abgerechnet wird zum Schluss?

Ich bin Seelsorger in einem Gefängnis und Gefangenen muss man jetzt nichts vom Gericht erklären, die haben da ziemlich konkrete Erfahrungen.

Mit Vorwurf, juristisch heißt das nicht so schön, aber angenehm präzis, Vorwerfbarkeit. Mit Schuld und Unschuld, mit Zeugenschaft, Staatsanwaltschaft, mit  Strafverteidigung und dem Richter oder der Richterin.

Da wird also in dieser Welt ganz konkret anlassbezogen abgerechnet – sozusagen.

Das nach dem Tod abgerechnet wird, war früher irgendwie fast selbstverständlich und meistens mit  - wie sollte es anders sein – Angst verbunden.

Heute redet man da ja nicht mehr so drüber - ich auch nicht.

Nur – die Frage bleibt: abgerechnet wird zum Schluss, oder?

„Wir müssen alle offenbar werden, vor dem Richterstuhl Christi“, schreibt Paulus an die Gemeinde in Korinth.

Klingt jetzt nicht nach Friede, Freude, Eierkuchen.

Nicht nach Liebe, Gnade und Barmherzigkeit.

Nicht nach: alles nicht ganz so schlimm, nicht nach Auge zudrücken und schon mal gar nicht nach: menscheln.

Tja.

Ohne Gericht keine Gerechtigkeit.

Womit ich jetzt nicht sagen will, dass in dieser Welt bei Gericht immer alles gerecht zugeht.

Aber Gericht heißt: Es ist eben nicht egal, was ich wie wem angetan habe oder eben nicht.

Mann und Frau können nicht machen, was Mann und  Frau will. Gott sei Dank.

Mal vorausgesetzt die Bösen sind nicht immer die Anderen, sondern potenziell ich und du.

Auch. Eben.

Und am Ende?

Himmelspforte und so?

Keine Ahnung.

Nur: Ich glaube: Jesus Christus auf dem Richterstuhl sieht alles Böse und liebt so viel tiefer, als ich mir das vorstellen kann.

Konsequenz:

Es ist eben der entscheidende Unterschied, ob ich aus Angst vor Strafe handle oder als Antwort auf Liebe.

Heute.

 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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