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Kirche in WDR 2 | 04.08.2020 | 05:55 Uhr

Geschenkt

Gold schmeckt nach nichts. Das wusste auch Franck Ribery, als er sich vor knapp zwei Jahren in Dubai mit einem großen Steak gezeigt hat, das mit Blattgold überzogen war. 1200 Euro soll das gekostet haben. Er hat das übrigens geschenkt bekommen. War geschmacklich vermutlich kein Gewinn, was wohl auch nicht so wichtig war. Denn dass er sich damit öffentlich gezeigt hat, bedeutete: Hier! Das habe ich mir verdient!

Und sofort reagierten Medien und Netzgemeinde. Neben einigen wenigen, die das richtig gut fanden und es ihm gönnten, gingen die meisten Kommentare eher in die Richtung: „Wie dekadent!“ und „Muss dieses Protzen sein?“ Riberys verbale Konter machten es da auch nicht besser. Ziemlich üble Beschimpfungen. Erspare ich mir hier.

Aber die Grundfrage bleibt ja, ob jemand, der durch flinke Flügelläufe über links glänzt, so einen für viele Menschen übertriebenen Luxus verdient hat. Hätte man mit dem Geld nicht etwas Besseres anfangen können?

Ribery geht es da mit den Medien wie Jesus mit seinen Jüngern. Ich denke an diese etwas schräge Geschichte im Markus-Evangelium, wo eine Frau zu Jesus kommt und ihn mit wohlriechendem und sündhaft teurem Öl übergießt. „Was soll das?“, sagen darauf alle Begleiter Jesu. „Was für eine Verschwendung! Wir hätten das Öl verkaufen und das Geld den Armen geben können!“ Jesus aber sagt: „Lasst sie! Sie hat mir etwas Gutes getan.“

Spontan würde ich den Freunden Jesu – und auch den Medien – Recht geben: Was soll die Verschwendung mit dem Öl und dem Blattgold-Steak? Gerade bei Jesus sollte man ja meinen, dass er für so eine Verschwendung nichts übrig hat. Das ist echt nicht nötig und man kann damit etwas Besseres anfangen.

Was ich dabei vergesse: Es handelt sich beide Male um Geschenke! Wer etwas verschenkt, möchte dem anderen etwas Gutes tun. Geschenke sind Wertschätzungen. Selbst wenn ich persönlich ein Blattgold-Steak für mindestens sinnlos, vielleicht sogar völlig daneben halte, so hat der Geber Ribery damit doch etwas Gutes tun wollen. Und auch die Frau wollte Jesus mit dem feinen Öl ehren, wie es damals üblich war. Vielleicht meckern Jesu Jünger ja auch nur, weil sie selbst diese Idee eben nicht hatten.

Geschenke zeigen: Du bist etwas Besonderes! Das bist du mir wert! Von daher gibt es da erst einmal nicht viel zu kritisieren, schon gar nicht am Beschenkten. Auch wenn das Geschenk etwas schräg ist.

Dass Ribery selbst mit seiner Kunst so viel Geld verdient hat, dass er allen Bewohnern einer Kleinstadt solch ein Goldsteak spendieren könnte, ist dann eine ganz andere Diskussion.

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