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Kirche in WDR 2 | 20.04.2021 | 05:55 Uhr

Gott und Religion

Bei Religion geht es ja seit jeher immer auch um die Frage: Wer hat recht? Wer ist am nächsten an Gott? Dazu gibt es eine wunderbare Geschichte, die ich aus dem Judentum kenne.

Mose kommt in den Himmel, heißt es. Und eines Abends – endlich! – darf Mose zu seinem großen Glück beim Abendessen direkt neben Gott sitzen. Und er nutzt die Chance und fragt: „Gütiger Vater, sag doch mal, es gibt so viele auf der Welt: Welche Religion ist dir am liebsten? Und Gott wendet sein Haupt zu Mose, so wird erzählt, schaut einen Augenblick in die Ferne und sagt: „Weißt Du, lieber Mose, Religion, das hat mich eigentlich nie so wirklich interessiert.“

 

Was für eine wunderbare Geschichte. Gottes Horizont ist so viel weiter, als wir uns das so ausmalen und manchmal auch wünschen. Wir können Gott nicht in eine Schublade packen und Religion drauf schreiben. Nach dem Motto: So ist es.

 

Im Judentum verbindet sich diese kleine Geschichte mit einem Bibelwort, das ich auch als Christ liebe: „Herr, deine Güte reicht, soweit der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken ziehen.“ Aus Psalm 36.

 

Der Himmel Gottes ist weiter als mein Horizont. Und die Wahrheit liegt manchmal auch hinter dem, was ich sehe und verstehen kann.

 

Die Geschichte von Mose ist so barmherzig. Sie ist eine Geschichte gegen den Fundamentalismus, den es ja in allen Religionen gibt und der gerade wieder stärker wird, nach dem Motto: Ich habe die einzig wahre Religion! Und auch du kommst zu Gott und zur wahren Erkenntnis nur auf diesem Weg!

 

Als evangelischer Christ ist mir diese Sicht fremd. Ich bin froh, dass es Vielfalt gibt. Viele Wege führen zu Gott. Und Gott, da bin ich mir sicher, liebt alle Menschen gleich: Mann, Frau, hetero, homo, Hauffarbe, Herkunft – alles egal! Wir alle sind Teil seiner Schöpfung und stehen unter seinem Segen, auch die Tiere und Pflanzen.

 

„Religion hat mich eigentlich nie so interessiert“, sagt Gott Spannend wäre die Nachfrage: Was ist denn das, was dich, Gott, wirklich interessiert? – Doch im Grunde hat er uns die Antwort schon gegeben: Die Menschlichkeit. Dass Menschen menschlich miteinander umgehen. Dass es mir gelingt, in jedem Menschen zumindest ein Funken vom Ebenbild Gottes zu sehen.

Wir haben jetzt ein Plakat vor unserer Kirche angebracht mit einer bunten Regenbogen-Fahne drauf und dem Spruch: „Mein Gott liebt jeden Menschen.“ – Ich glaube, Gott hat sich gefreut.

 

 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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