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Kirche in WDR 2 | 14.01.2019 | 05:55 Uhr

Gottes Homestory

Ein Zeitschriftenladen. Mich springt ein Goldenes Cover an. Darauf in schwarzen Großbuchstaben: „GOTT“. Darunter: Die Homestory. Was? Eine Homestory von Gott? Die will ich lesen. Sie steht in der Kölner Stadtrevue.

Der Artikel beginnt so: „Zunächst die frohe Botschaft: Diese Stadt ist attraktiv, auch Gott wohnt in Köln. Und das gleich an hundert Orten, wenn man den Hau(s)besitzern – also den religiösen Gemeinschaften glaubt.“ (1) Hundert religiöse Gruppen und Gemeinschafen aus aller Welt haben die Autoren in Köln ausgemacht. Und sie stellen einige davon im Magazin vor. Hausbesuche bei Gott gewissermaßen. Und da findet man nicht nur Judentum, Christentum und Islam. Interessant finde ich zum Beispiel das buddhistische Zentrum. Dahin kommen auch evangelische und katholische Christen. Zum Mantra singen bei Vollmond. Oder das Treffen mit dem Atheisten. Er hängt dem Evolutionären Humanismus an und setzt auf Wissenschaft und Vernunft. Und doch: Ein kleiner Rest seiner christlichen Erziehung ist geblieben. Denn er sagt: Womöglich gibt es „irgendetwas“. Und meint damit wohl eine höhere Macht, wenn auch keinen personalen Gott.

Wo wohnt Gott? An den einhundert Orten in Köln? Vielleicht. Gott kann überall wohnen. Und auch nicht. Wo wohnt Gott: Vielleicht in einer Kirche. Wenn da einer ist, der zu ihm will. Kirchen alleine können tot sein. „Ist kein Gott drin“, (2) soll eine Tochter der berühmten Theologin Dorothee Sölle einmal gesagt haben, als sie eine „scheußliche“ Kirche besichtigten.

Ist kein Gott drin. Aber wo ist Gott? Gott ist überall und nirgends. Er kann hier und dort sein. Er ist nicht verfügbar. Manchmal bemerke ich ihn gar nicht. Und er ist trotzdem da. Oft kommt er ohne Anmeldung. Er ist ein scheuer Gast, nie festzuhalten. Starker Held. Wärmende Hand. Gute Freundin. Ohr für alle Sorgen und Nöte. Meist erkenne ich gar nicht, dass es Gott war, der mit begegnet ist. In einer Kirche kann ich mich besser auf ihn besinnen. Zu ihm sprechen. Es geht aber auch außerhalb davon. Das ist unsere Freiheit. Gott ist da. Immer. Insofern wohnt Gott in jeder Stadt. Selbst da, wo der Glaube an ihn unterdrückt wird. Dort weint er mit den verfolgten Christen und gibt ihnen Kraft.

Ich finde es toll, wo Gott überall wohnt. Und was, wenn jeder von uns seine eigene Homestory von Gott schreibt? Am Ende kämen ziemlich viele ganz unterschiedliche Wohnstile heraus, mit denen Gott sich umgibt. Ärmliche Favela in Brasilien oder Villa im Düsseldorfer Norden. Das ist das Tolle an ihm. Er ist da ganz anspruchslos. Hauptsache, er hat ein Gegenüber. Jemanden, der ihn einlädt. Der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber hat einmal gesagt: „Gott wohnt, wo man ihn einlässt“.

Das ist die kürzeste Homestory von Gott.

( 1 ) Stadtrevue, Köln im Januar, Kultur, Politik, Stadtleben, 01/2019, S. 28-36.

( 2 ) Dorothee Sölle: Erinnert euch an den Regenbogen. Texte, die den Himmel auf Erden suchen, Freiburg im Breisgau: Verlag Herder, 4. Auflage,1999. S. 142ff Was zählt – Brief an meine Kinder.

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