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Kirche in WDR 3 | 20.03.2020 | 07:50 Uhr

Gottes verstummte Boten

Heute früh wurden Sie vielleicht schon vom Gesang der Vögel geweckt. Sie künden den Frühling an. Heute ist der Tag des Spatzes. Daher möchte ich einmal über die Vögel sprechen, über Gottes verstummte Boten. Aber dazu gleich mehr.

Im Grundschulalter lernte ich im Frühling durch den Vater meines Schulfreundes Peter die Vögel an ihrem Gesang zu erkennen. Peter und ich wetteiferten jedes Frühjahr miteinander: Wer hatte im März den ersten Zilpzalp gehört, den ersten Hausrotschwanz, die erste Singdrossel. Das machte Spaß, schulte unser Gehör und unsere Verbindung mit dem reichen Leben der Natur.

Sie sind heute vielleicht vom Gesang einer Amsel oder eines Rotkehlchens geweckt worden. Selbst Musiker wie Beethoven waren fasziniert von deren Musikalität und ließen sich von ihnen inspirieren.

Ich weiß heute noch, nach 50 Jahren, wo ich in meiner Heimat den ersten Pirol hörte. Er ist heute dort nicht mehr zu hören. Ich erinnere mich, wo Jahr für Jahr die Nachtigall ihr Lied schluchzte und schmetterte. Auch sie ist hier ausgerottet. Aus dem elterlichen Garten verschwanden in den letzten 50 Jahren: Singdrossel, Feldsperling, Gartenrotschwanz, Hausrotschwanz, Bachstelze und Grauschnäpper.

Leider fehlt es den meisten an Kenntnis über das Leben der Natur. Sie merken nichts von der permanenten Vernichtung, weil es an Wissen und an geschulten Sinnen fehlt. Wird z.B. zukünftigen Landwirten in ihrer Ausbildung zur Kenntnis gebracht, welche Vogel- und Insektenarten durch angewandte Pestizide und Insektizide vernichtet werden?

Es geht um Wissen und Wahrnehmen, nicht um Naturromantik!

Da wird plötzlich ein größeres Bauvorhaben wegen einer bedrohten Tier- oder Pflanzenart, von der man nichts weiß, gerichtlich blockiert. Viele machen dies lächerlich, überspielen so die eigene Unwissenheit. Doch wer sich noch etwas Vernunft und Verantwortung für das Gesamtkunstwerk der Schöpfung bewahrt hat, lässt sich nicht blenden. Er widersteht, sie widersteht: Spätestens, wenn eine Art durch uns Menschen fast vollständig ausgerottet wurde, ist es ein Gebot der Vernunft und der Verantwortung, hier ein entschiedenes „Stopp!“ auszurufen!

Da ich das Glück hatte, schon als Kind verbunden mit der Natur aufzuwachsen, vermisse ich dieses und jenes Lebewesen, das ich kennen und benennen lernte. Jedes Geschöpf ist mir ein Ausdruck der göttlichen Schöpferkraft. Jedes Lebewesen - ein Bote Gottes.

Gott, ich sehe deutlich:  wir sind dabei, die unerschöpfliche Vielfalt Deiner Schöpfung, zu der wir selber gehören, zu vernichten. Wir merken allmählich, was wir anrichten -  wie wir durch einen rücksichtslosen Lebensstil den Ast absägen, der uns selber trägt!

Aus Aachen grüßt Sie Spiritual Georg Lauscher

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