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Kirche in WDR 4 | 15.08.2019 | 08:55 Uhr

Gottesdienst für die Augen

Guten Morgen!
Letzten Sonntag ist es mir wieder passiert. Während der Predigt im Gottesdienst lasse ich meinen Blick durch die Kirche schweifen. Ich schaue mir die Kirchenfenster hinter dem Altar an. Die Morgensonne fällt hindurch und malt bunte Flecken auf den Fußboden vor dem Altar. Ein wunderschönes Lichtspiel.
Als nächstes bleiben meine Augen an der Decke hängen. Die Streben des Kreuzgewölbes enden in unterschiedlichen Schlusssteinen – eine Rose, ein Wappen, Alpha und Omega, ein Kreuz. Die sind mir schon früher aufgefallen. Doch heute entdecke ich: Auch die Streben an den Säulen enden in ganz unterschiedlich gestalteten Steinen. Ich entdecke da Engelsflügel, Blumen und Ranken.
Dann reißt mich ein Wort aus den Gedanken: Amen!
Ist die Predigt schon vorbei? Links und rechts von mir blättern die Menschen im Gesangbuch für das nächste Lied. Tatsächlich. Ich habe die ganze Predigt verpasst. Irgendwas von der Verantwortung eines Christen habe ich noch im Ohr, aber mehr weiß ich jetzt nicht mehr.

Das kenn´ ich zu gut: Ich versuche mich zu konzentrieren, aber irgendwie schweifen die Gedanken immer wieder ab. Aber ist das so schlimm?
Kirchen laden mich ein, meinen Blick schweifen zu lassen. Es gibt so viel zu entdecken. Die kunstvoll gestalteten Fenster, die Architektur, Kunstwerke und Skulpturen, das schöne Taufbecken und die Tücher vor dem Altar und der Kanzel. Kirchen sind voll von Dingen, die meinen Blick auf sich ziehen. Und genau dafür sind sie auch gebaut. Kirchen und Gottesdienste sind nicht nur etwas für die Ohren, sondern genauso für alle anderen Sinne. Alles was ich in der Kirche sehe, ist gewissermaßen Gottesdienst für die Augen. Wenn ich ein Kirchenfenster angucke, predigen die Bilder darauf und die Farben. Das gleiche gilt für den kunstvoll gewebten Behang vor dem Altar. Oder das Bauwerk selbst. Seine Architektur. Heute vor genau 771 Jahren hat man begonnen, den Kölner Dom zu bauen. Eine Kirche, die wie ein Berg in den Himmel ragt. Deren Gewölbe in der Höhe verschwinden und deren Fenster den Raum mit Licht fluten.
632 Jahre hat es gedauert, bis der Dom fertig war. Und heute stehe ich darin und staune. In jeder Ecke, in jedem Winkel entdecke ich immer wieder Neues. Gottesdienst für die Augen. Nicht nur am Sonntag.


Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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