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Kirche in WDR 2 | 04.06.2020 | 05:55 Uhr

Gottvertrauen

O-Ton: Ich hatte in vielen Interviews [auf] die Frage danach, was passieren müsse, dass mir in einer Fernsehshow einmal die Worte wegbleiben würden, reflexhaft geantwortet: Mir würde immer etwas Passendes einfallen, nur Not und Tod mögen mir erspart bleiben.


O-Töne aus: Track-Nr.: CD 3, Track 4, CD: „Herbstblond. Die Autobiographie“, Interpret und Texter: Thomas Gottschalk, Vertrieb: Random House, Audio: GEMA BIEM: 978-3-8371-2971-7.


Autor: Mit dieser Einstellung ist Thomas Gottschalk weit gekommen. Über 150mal hat er mit der entsprechenden Lockerheit die Sendung „Wetten, dass …?“ moderiert und auch sonst noch einiges im deutschen Fernsehen gemacht.

Aber am 4. Dezember 2010 ist es mit der Lockerheit vorbei. Denn da tritt Samuel Koch bei „Wetten, dass …?“ auf.


O-Ton: „Er war ein leiser höflicher junger Mann, der seine ganze Familie im Schlepptau hatte. Die war - ganz untypisch für so einen coolen Gesellen - religiös und sprach auch darüber.“


Autor: Die Wette von Samuel Koch besteht darin, dass er mit besonderen Sprungstiefeln über Autos springt, die ihm entgegenfahren. Beim vierten Auto allerdings stürzt er und bleibt regungslos auf dem Boden liegen.


O-Ton: „Die folgenden Minuten haben sich in mein Hirn eingebrannt, und wenn Sie die Sendung gesehen haben, sicher auch in Ihres.“


Autor: Zwar ist sofort ärztliche Hilfe zur Stelle und Samuel Koch wird umgehend in ein Krankenhaus gebracht. Aber jeder im Saal ahnt, wie schwer die Verletzungen sein müssen. Der Schock sitzt tief - bei allen, auch beim Moderator.


O-Ton: „Ich besprach mich kurz mit dem Unterhaltungschef Manfred Teubner und wir waren uns einig: Hier ist Schluss mit lustig. […] Not und Tod hatten mich eingeholt. Wir brachen die Sendung ab.“


Autor: In dieser Situation, sagt Thomas Gottschalk, hat er zum ersten Mal in seiner Showkarriere um Worte gerungen: bei der Verabschiedung des Publikums und später bei einem ersten Statement in den Nachrichten.


O-Ton: „Die folgende Nacht war eine Folter. Ich wusste, dass ich nicht zur Tagesordnung zurückkehren konnte, wenn die Befürchtungen sich bestätigen sollten, dass Samuel Koch gelähmt bleiben würde.“


Autor: Die Befürchtungen bestätigen sich. Und in Thomas Gottschalk reift der Entschluss, mit „Wetten, dass …?“ aufzuhören.

Denn: Dieser Abend hat Spuren hinterlassen. Nicht nur in seiner Karriere, sondern auch in seinem Denken und Glauben.


O-Ton: „Bis zu diesem Punkt war ich mit einem gesegneten Selbstvertrauen durchs Leben gegangen, und wenn ich damit mal am Ende war, hatte automatisch das Gottvertrauen eingesetzt.“


Autor: Sein Gottvertrauen ist an diesem Abend tief erschüttert worden. Aber er hat es nicht verloren. Im Gegenteil: Sein ganzes Leben lang hat Thomas Gottschalk sich dieses Gottvertrauen erhalten können. Samuel Koch übrigens auch. Er hat nicht aufgehört, an sich und an Gott zu glauben. Inzwischen ist er Schauspieler geworden und bis heute mit Thomas Gottschalk freundschaftlich verbunden. Beiden ist es durch ihren Glauben leichter gefallen, die Folgen dieses einschneidenden Abends zu bewältigen.



Quelle:

Buch: Thomas Gottschalk, „Herbstblond. Die Autobiographie“ (Gebundene Ausgabe), Verlagsgruppe Random House, München, 2015 (2. Auflage).



Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius


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