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Kirche in WDR 4 | 09.10.2019 | 08:55 Uhr

Großes beginnt winzig

Autor : Guten Morgen.

Eigentlich hätte das nie funktionieren dürfen, das mit dem Christentum: Der Wanderprediger Jesus sammelt ein paar Leute um sich. Er scheitert jedoch mit seiner Mission, wird sogar hingerichtet. Trotzdem behaupten seine Anhängerinnen und Anhänger nach seinem Tod: Er lebt. Sie versammeln sich, richten ihr Leben nach den Worten und Taten ihres Meisters aus. Die religiösen Autoritäten sind dagegen; der König ist dagegen; der Statthalter ist dagegen, der Kaiser ist dagegen. Trotzdem geht die Sache ständig weiter. Das Evangelium breitet sich aus bis nach Persien und nach Indien, nach Afrika, nach Europa, und es geht durch die Zeiten bis zu dieser Sendung der „Evangelischen Kirche im WDR“ heute Morgen.

Die Sache mit dem Christentum und den Kirchen ist nun wahrlich keine reine Erfolgsgeschichte geworden. Neben den vielen offenen Herzen und Händen der Gläubigen, die nach Gottes Botschaft handeln und Gutes tun, steht unermessliches geistliches und moralisches Versagen.

Dennoch: Mitten in diesem ganzen christlichen und kirchlichen Hin und Her lassen sich immer wieder viele begeistern von der Botschaft Jesu von Gottes Liebe. Sie erfüllt ihr Leben mit Glaube, Liebe und Hoffnung. Sie tröstet, sie heilt. Christinnen und Christen sind oft wie Vögel, die einen Baum finden, zu dem sie kommen und in dessen Zweigen sie ihr Nest bauen können. Und das ist alles aus diesem kleinen, unscheinbaren Anfang mit dem Wanderprediger am See Genezareth hervorgegangen.

Sprecherin: Jesus hat seinen Zuhörern und Zuhörerinnen einmal Gleichnis erzählt: „Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn: Ein Mann nahm es und pflanzte es auf seinem Acker ein. Das Senfkorn ist das kleinste von allen Samenkörnern. Aber wenn eine Pflanze daraus gewachsen ist, ist sie größer als die anderen Sträucher. Sie wird ein richtiger Baum. Die Vögel kommen und bauen ihr Nest in seinen Zweigen.“ (Matthäus 13,31f)

Autor: Jesus hat dieses Bild nicht selbst erfunden. Es findet sich bereits im Gebetbuch Israels, den Psalmen. Da heißt es:

Sprecherin: „Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen.“ (Psalm 84,4)

Wo Gott seinen Namen wohnen lässt im großen Auf und Ab und Hin und Her des Lebens, da finden Menschen Zuflucht und Zukunft. Dafür steht der Nestbau für die Jungen, die dort heranwachsen.

Autor: In diesem Jahr haben wir unser zweites Enkelkind getauft. Da geht einem natürlich das Herz auf: So klein fängt es an, und ein ganzes Menschenleben wird daraus werden, und wenn es gut geht, wird auch dieses Menschenkind sich in den Zweigen des Lebensbaumes der Liebe Gottes sein Nest bauen, dort wohnen und sich wohlfühlen.

So wie jedes Menschenleben ist jeder einzelne Tag vom Aufstehen bis zum Niederlegen so etwas wie ein eigenes Leben: Der Morgen legt seine kleine Saat in den Tag, und die kann aufgehen und sich bis zum Abend in voller Größe entfalten. Der Senfbaum, von dem Jesus spricht, kann auch in uns selber wachsen, jeden Tag neu. Wie sagt es der Liederdichter Paul Gerhardt so schön:

Sprecherin: „Mach in mir deinem Geiste Raum, dass ich dir werd ein guter Baum, und lass mich Wurzel treiben. Verleihe, dass zu deinem Ruhm ich deines Gartens schöne Blum und Pflanze möge bleiben.“ (eg 503,14)

Viel Freude am Entfalten wünscht Ihnen Dieter Beese aus Bochum.

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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