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Kirche in WDR 3 | 19.11.2019 | 07:50 Uhr

Güte und Umkehr

Guten Morgen!

Man geht nicht in Jogginghose zur Schule! Wo kommen wir denn da hin?

Die beiden Jungs schrauben immer nur am Motorrad! So finden die ja nie ´ne Freundin!

Die von nebenan müssen aber dringend mal wieder die Fenster putzen! Sieht ja schrecklich aus!

Nur Rabenmütter geben ihre Kinder in die Krippe. So schwer kann das doch nicht sein, Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen!

Kennen Sie solche Sätze? Haben Sie so etwas selbst schon mal gehört? Vielleicht hat es Ihnen jemand direkt gesagt? Oder mit Ihnen in dieser Art über andere geredet? Oder reden Sie manchmal selber so?

Ich erinnere mich gut an Momente, in denen ich schlecht über andere gedacht oder sogar geredet habe. Es ist leicht, über Mitmenschen und ihr Leben schlecht zu urteilen. Mein eigenes Leben – das kenne ich und das wird irgendwann langweilig. Das Leben der anderen ist viel interessanter! Da ist es viel einfacher zu unterscheiden, was richtig und vor allem was falsch ist. Und wenn ich andere schlecht mache, stehe ich mit meinem eigenen kleinen Leben gleich viel besser da. Vielleicht habe ich Glück und finde noch jemand anderen, der auch so denkt. Dann sind wir schon zu zweit!

Vor vielen Jahren hat an der Uni eine meiner Dozentinnen erklärt: „Klatsch und Tratsch am Gartenzaun schaffen eine Gemeinschaft, die eigentlich gar keine ist.“

Ja, klatschen und tratschen macht Spaß – im Kleinen über Nachbarn und Familie und Freunde und im Großen über Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen.

Klatsch und Tratsch kennt auch der Liedermacher Konstantin Wecker: Er hat Drogen genommen! Er hat im Gefängnis gesessen! Seine Frau war so viel jünger als er! Und was macht Konstantin Wecker? Er schreibt ein Lied nach dem Motto: Fasst euch an eure eigene Nase!

Sprecher:

Nur die sich mißtrauen,
brauchen Normen zum Sein
und verteilen als Schuld,
was sie sich nicht verzeihn.

Doch wie immer sie dich
auch schuldig schrein,
nur du hast das Recht,
dein Richter zu sein. (1)

Wecker zieht in seinem Lied eine klare Grenze. Er möchte selber entscheiden, wie er sein Leben beurteilt. Alle anderen sagen mit ihrem Urteil über ihn am allermeisten über sich selbst aus.

So eine klare Grenze zieht schon der Apostel Paulus in der Bibel: 

Sprecher: Ihr könnt euch nicht herausreden. Ihr spielt euch als Richter über alle auf, die Unrecht begehen, und sprecht euch damit euer eigenes Urteil. Denn ihr klagt bei anderen an, was ihr selbst tut. (…) Ist euch Gottes unendlich reiche Güte, Geduld und Treue denn so wenig wert? Seht ihr denn nicht, dass gerade diese Güte euch zur Umkehr bewegen will? (Römer 2,1-4, Hoffnung für alle)

Paulus fordert uns auf, dass wir uns auf unser eigenes Leben konzentrieren. Und von Gott lernen. Denn Gott verurteilt nicht. Gott ist geduldig und wartet, dass wir uns ändern. Wenn ich mir dieser Güte Gottes bewusst bin, kann ich geduldig mit meinen Mitmenschen sein und auf das Gute hoffen.

Einmal diese Perspektive Gottes einzunehmen, dazu lädt Sie ein

Ihre Mareike Heidenreich aus Münster.

 

(1) Konstantin Wecker: „Endlich wieder unten“; Erstveröffentlichung: Liebesflug (Polydor 1981).

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

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