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Kirche in WDR 2 | 05.11.2019 | 05:55 Uhr

Gute Mission

Joachim:  Guten Morgen, mein Name ist Joachim Gerhardt

Sabine: Schönen guten Morgen, ich bin Sabine Steinwender-Schnitzius. Joachim, du bist gerade aus Australien zurückgekommen und hast was ganz Spannendes zu erzählen zum Thema Mission:

Joachim: Ja, ich habe nämlich völlig überraschend mitten in Australien, im Wüstensand bin ich auf deutsche Spuren gestoßen. Da sind Menschen, wie wir, Pfarrerinnen und Pfarrer, vor 150 Jahren hin und haben eine Missionsstation aufgemacht.

Sabine: Ja, da kriegt man ja normaler Weise Gänsehaut. Tja, wenn Deutsche nach Übersee gehen und dann anfangen die Ureinwohner zu missionieren, aber in dem Fall scheint das anders gewesen zu sein …

Joachim: Ich habe Aborigines getroffen, also Ureinwohner Australiens, die heute noch dankbar die Choräle singen, die lutherischen Choräle dieser deutschen Missionare von vor 150 Jahren – unglaublich!

Sabine: Und, hast Du einen mitgebracht?

Joachim: Wir können mal reinhören gerade:

Musik: Eigenaufnahme „Danket, danket dem Herrn“ (auf Aranda, Sprache der Aborigines in Hermannsburg; Ausführende: Frauenchor „Song Keepers“ der lutherischen Gemeinde Hermannsburg/Australien / Text nach Psalm 106,1 – dt. Kanon für 4 Stimmen aus dem 18. Jahrhundert)

Sabine: Welchen Titel haben die jetzt gesungen? Ich konnt´s gar nicht verstehen.

Joachim: Ne, das ist ja auch die Sprache der Aborigines. Aber das ist die alte Choralmelodie übersetzt „Danket, danket dem Herrn“.

Sabine: Wahnsinn! Wie haben sich die überhaupt verständigt, die Missionare und die Aborigines?

Joachim: Ja, diese Missionare aus Hermannsburg – der Ort in Australien heißt auch Hermannsburg – die haben die Sprache gelernt. Unglaublich, die haben sich die Mühe gemacht, das hat Jahre gedauert, sich die Sprache anzueignen, haben sogar eine Grammatik und ein Wörterbuch aufgelegt. Diese Sprache ist die einzige Sprache von Aborigines, die bis heute so erhalten geblieben ist, dank diesem Wörterbuch.

Sabine: Was haben die Missionare gemacht? Die haben ihren Glauben dahin getragen, haben Wörterbücher geschrieben und was noch? Wahrscheinlich auch eine Schule gegründet, oder?

Joachim: Ja, die haben vor allem erst einmal geguckt, was die Menschen da vor Ort brauchen. Also, die sind nicht gekommen und haben gesagt: Hier sind wir und du musst jetzt an Jesus Christus glauben! Die haben den Menschen geholfen, die haben ein Krankenhaus aufgebaut, eine Schule, und die haben vor allem, das war ganz wichtig, ein Schutzgebiet erklärt, rund um Hermannsburg, wo diese wilden weißen Siedler nicht auf Aborigines schießen konnten. Da hat es ja Massaker gegeben, unglaublichster Art. Die haben sich eingesetzt für diese Menschen. Und die Aborigines singen dankbar diese Lieder der deutschen Missionare.

Sabine: Unglaublich. Wie viel leben denn da noch?

Joachim: Das sind so 600, 700 Leute noch in diesem Ort. Aber ich finde, wir können etwas lernen für uns: Dass wir missionieren nicht, indem wir selbstgerecht sagen, was wir glauben, sondern dass man guckt, was die anderen Menschen brauchen. Und da können wir heute lernen, was es heißt „Gute Mission“ von unseren Ur-ur-ur-Großvätern, die vor 150 Jahren nach Australien gezogen sind.

Sabine: Vielen Dank. Spannend!

 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

 

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