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Kirche in WDR 4 | 05.05.2020 | 08:55 Uhr

Hände in Unschuld waschen

Autor: Guten Morgen!

Heute ist der Welttag der Handhygiene. Sie wissen schon: Egal, ob ich beim Waschen zweimal „Happy Birthday“ singe oder ein „Vater Unser“ bete, 30 Sekunden sollen es sein. Mit ausreichend Seife natürlich.

Als 2009 die Weltgesundheitsorganisation zum ersten Mal zum Händewaschtag aufruft, hätte man sich wohl nicht träumen lassen, welche Tragweite so ein Tag nur elf Jahre später haben wird.

So oder so! Hände-Waschen ist wichtig. Das weiß ich aber auch ohne einen eigenen Gedenktag.

Das Waschen der Hände ist aber nicht nur Hygiene. In vielen Religionen hat Händewaschen eine rituelle Funktion. Etwa wenn der katholische Priester sich vor der Feier des Abendmahls vor den Augen der Gemeinde die Hände wäscht.

In der Bibel gibt es noch ein anderes Händewaschen, das sprichwörtlich geworden ist.

Sprecherin: Als Pilatus merkte, dass seine Worte nichts ausrichteten und die Erregung der Menge nur noch größer wurde, nahm er Wasser und wusch sich vor allen Leuten die Hände. Dabei sagte er: »Ich habe keine Schuld am Tod dieses Mannes. Das habt ihr zu verantworten!« (Matthäus 27,24, Gute Nachricht Bibel)

Autor: Hier wäscht sich Pontius Pilatus seine Hände in Unschuld nachdem er Jesus zum Tod verurteilt hat.

Wenn das so einfach wäre. Ob schuldig oder nicht, ein wenig Wasser über die Hände und ich bin wieder sauber und unschuldig. Ganz so einfach ist es dann aber nicht. Wenn sich jemand sprichwörtlich die Hände in Unschuld wäscht, ist doch eigentlich klar: Der hat Dreck am Stecken.

Was sind eigentlich die dreckigen Stellen in meinem Leben, überlege ich. Was würde ich gerne einfach wegwaschen und meine Hände mit Unschuld benetzen?

Was mache ich, wenn ich Schuld auf mich geladen habe. Wirkliche Schuld. Etwas, das mich bedrückt, das Schaden angerichtet hat, das ich nicht einfach wieder gut machen kann. Ich wasche meine Hände in Unschuld…

Die meisten leugnen ja ihre Schuld. Solange bis sie sich selbst glauben. Seelenhygiene durch Verleugnen. Tja. Da bleibt dann meist trotzdem ein blinder Fleck. Und das bringt niemanden weiter. Schuld braucht zuerst einmal: Dass ich sie ernst nehme. Anschaue. Ich kann sie vor Gott bringen, zum Beispiel im Gebet. Ihn um Vergebung bitten. Und er, er sagt: Du hast Schuld auf dich geladen. Ich sehe, wie du bereust und es bekennst. Du kannst neu anfangen.

 
Ihr Pfarrer Oliver Mahn aus Köln.

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

 

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