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Sonntagskirche | 27.09.2020 | 08:55 Uhr

Häng dein Herz nicht an einen Hund

Guten Morgen!

„Häng dein Herz nicht an einen Hund“. (1) Singt Reinhard Mey. Es ist sein viertes Lied über Hunde. „Häng dein Herz nicht an einen Hund“. Dieser scheinbar witzige Titel ist eigentlich eine Liebeserklärung an des Menschen treuesten Freund. So heißt es in der Mitte seines Liedes: „Der liebt bedingungslos, der liebt ganz ohne Arg und List. Der liebt dich, ganz egal, was für ein Schweinehund du bist. Der leckt ja freudig noch die Hand, die ihn verletzt, die ihn auf dem Autobahnparkplatz aussetzt. Der ist dir treu und demütig ergeben für immer, für sein ganzes armes Hundeleben.“ Nun ist eine solche Liebe eine zwiespältige Sache. Aber zumeist ist es einfach wunderschön, in dem Hund einen solchen treuen Gefährten zu haben. Vielen tut das gut. Und vielleicht ist das ja auch mit ein Grund, weshalb in dieser Zeit des Abstands zwischen den Menschen und des Homeoffice sich so viele einen Vierbeiner anschaffen. Die Tierheime haben zumindest seit März einen echten Boom erlebt und mittlerweile wieder Platz in ihren Einrichtungen.

So wie Reinhard Meys vierbeiniger Freund uns als Charakterspiegel dienen kann, so kann auch diese Corona-Zeit wie ein Brennglas wirken. Da gab es erstaunliche Solidaritätsbekundungen und aktive Nachbarschaftshilfe. Es gab Konzerte vor den Eingangsbereichen der Pflegeheime und private Nähkreise die unermüdlich Stoffmasken für Pflegedienste und Seniorenheime erstellten. Zeitweise hatte man den Eindruck, unsere Nation wächst über sich selbst hinaus. Solidarität und Nächstenliebe waren plötzlich überall greifbar.

Aber es gab eben auch das andere: Rücksichtslosigkeit und Egoismus. Kriminelle Energie, die sich mit falschen Webseiten finanzielle Zuwendung ergaunerte, die für Unternehmen gedacht war.

Unsere außergewöhnliche Zeit hat wie ein Brennglas gewirkt. Auch Itthai, unser Golden Retriever, wirkt mit seinen dunklen Knopfaugen wie ein Spiegel auf mich. Da er äußerst sensibel ist, spürt er sofort, wie die Stimmung bei uns ist. Wenn der Haussegen schief hängt und die Worte lauter werden, zieht er sich in seine Ecke zurück. Dabei würde er am liebsten sein Rudel harmonisch zusammenhalten. Wenn wir - meine Frau und ich –mit Itthai unterwegs sind und einer von uns aus dem Rudel ausschert, leidet Itthai Höllenqualen. So hält er permanent Ausschau, bis meine Frau aus dem Laden zurück ist. Er dreht sich ständig nach mir um, bis ich endlich den Auslöser meiner Kamera gedrückt habe und wieder bei ihm und meiner Frau bin.

Dieses Rudelbewusstsein finde ich, brauchen wir Menschen auch: Wir werden diese weltweite Krise nicht im Gegeneinander, nicht mit diesem „ich zuerst“, sondern nur im Miteinander und Füreinander meistern. Corona zeigt überdeutlich, was bereits die Bibel mit der Nächstenliebe sagt:

Nur das „Wir“ wird gewinnen! Jeder persönliche oder nationale Egoismus wird in die Katastrophe führen. Nur gemeinsam und solidarisch, als zusammengehörendes Menschenrudel eben, werden wir diese Krise überstehen. Bleiben Sie behütet.

 

(1) https://www.reinhard-mey.de/sites/default/files/H%C3%A4ng%20dein%20Herz%20nicht%20an%20einen%20Hund%20Text.pdf (letzter Abruf 31.07.2020)

 

 

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

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