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Kirche in WDR 5 | 27.03.2020 | 06:55 Uhr

Häng Dich rein

Kreuz und quer spannen sich die Seile durch den Kirchraum, in fünf Metern Höhe, von einer Säule zur andern.

Unten sind die Bänke zur Seite geräumt. Gurte werden umgeschnallt, Karabiner klicken und Seile straffen sich.

Und Jugendliche werfen die Köpfe in den Nacken. Oben über ihnen überqueren ihre Freundinnen und Mitschüler auf schmalen Gurten das Kirchenschiff.

Im Hochseilgarten in der Christuskirche in Wanne-Eickel geht es um das, worum es irgendwie immer geht, beim Jung-Sein und beim Erwachsenwerden: um Grenzen geht es, und die wollen ausgetestet werden und wenn möglich erweitert. Halb lustig und halb ernst geht es darum sich miteinander zu messen, um Geschick und Balance geht es und das Gefühl für den eigenen Körper.

Und in alle dem - und das merkst du spätestens auf dem Hochseil - geht es auch darum, worum es überhaupt geht im Leben - wie alt oder jung du auch bist: um deine Angst geht es und um das bisschen Mut das es braucht, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Es geht um das eigene Schritte und eigenes Tempo und um das Vertrauen dabei doch „gehalten zu sein“.

Und darüber reden die Schulklassen und Konfigruppen, die in Kirche kommen nicht nur, sie erfahren es miteinander und mit den Jugendmitarbeitern, die den Hochseilgarten betreuen. Und wer sie beobachtet, staunt wie selbstverständlich hier die Kirche zu einem Ort wird, an dem Jugendliche Selbstbewusstsein und Vertrauen lernen. 

Manche stellen sich Gott wie einen Marionettenspieler vor. Einen der gut versteckt hinter dickem schwarzen Filz und weit über den Dingen steht und die Welt und die Menschen an unsichtbaren Fäden über seine Bühne zappeln lässt; ohne dass so ganz klar wäre, was für ein Spiel er da aufführen lässt.

Was die Jugendlichen in der Kirche in Wanne-Eickel erfahren, ist das glatte Gegenteil. Ja, sie sind angeseilt und rutscht tatsächlich mal einer vom Gurt, dann fällt er ins Seil. Wird aufgefangen und gehalten; und genau das macht es ja möglich, selbstständig und selbstbewusst, mit eigenem Mut und eigenem Tempo übers Seil zu gehen.

Die Mitarbeiter des Jugendbistros, die die Seile halten, die Sicherer wie sie genannt werden, die stehen übrigens gerade nicht über den Jugendlichen, sondern im Gegenteil darunter. Nur so - mit beiden Beinen am Boden und dem ganzen Gewicht, das du ins Seil hängst - kann der Jugendliche, wenn er am Ende des Hochseilparkours angelangt ist oder wenn er tatsächlich einmal zwischendrin abrutscht, sicher gehalten und sanft auf den Boden der Christuskirche hinunter gelassen werden.

Da ist dann der Name Christuskirche Programm. Denn genau das, sich ganz reinhängen und die volle Erdung machen den aus, der das Wort „Gott“ vom Kopf auf die Füße gestellt hat. Jesus Christus, der den Himmel geerdet hat und als Mensch wie wir unser Gehen und Fallen geteilt hat; der uns sichert und hält – neben uns, unter uns und für uns. Ihm kann ich vertrauen, in sein Seil mich fallen lassen.

Einen vertrauensvollen Tag wünscht Ihnen Ihr Jan-Dirk Döhling aus Bielefeld.

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

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