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Kirche in WDR 2 | 18.06.2020 | 05:55 Uhr

Hausordnung

Tom und Sascha sitzen auf dem Spielplatz. Auf dem Rand des Sandkastens. Eigentlich fühlen sie sich schon viel zu alt für den Sandkasten. Sie gehen schließlich schon in die dritte Klasse. Aber es ist halt ihr Stammplatz. Tom ist sauer heute: „Die blöde Frau Schmitz vom Erdgeschoss. Immer meckert die. Nur weil ich im Hausflur gespielt habe.“ Tom mag einfach das Geräusch, wenn er den Ball im Hausflur vor die Wand kickt. Frau Schmitz mag das nicht. Und schreit rum. „Immer,“ sagt er. Wenn er mal die Treppe zu laut runterläuft. Wenn er die Haustür nicht leise genug zumacht. „Ich werde mich beschweren!“, schreit sie dann. „Es gibt eine Hausordnung! Das ist verboten.“

Und dann gibt es Ärger mit seinen Eltern und er bekommt eine Standpauke und muss früh ins Bett. „Die Schmitz hat diese blöde Hausordnung bestimmt auswendig gelernt.“ Sascha zuckt mit den Schultern. Er wohnt mit seinen Eltern in einem Einfamilienhaus. Aber Ball spielen im Haus - das geht auch bei ihnen nicht. Und zum Rumrennen und Schreien, dazu geht er lieber raus. „Habt ihr auch so eine bescheuerte Hausordnung?“, fragt Tom. „Nein.“, sagt Sascha.


Hausordnung? Er hat keine Ahnung, was das sein soll. „Nein“, sagt er. „Mein Opa wohnt bei uns. Er ist ziemlich krank. Da braucht er ganz viel Ruhe. Er schläft dann viel, wenn ich aus der Schule komme. Da kann ich nicht so laut sein.“ „Macht dich das nicht auch total sauer?“ „Ne“, sagt Sascha. „Das ist doch mein Opa. Ich muss doch auf ihn aufpassen.“


Es gibt so viele Regeln: Gesetze. Verordnungen. Hausordnungen. Es gibt Corona-Regeln. Distanzvorgaben und Nies-Etikette. Und so oft ist es so schwer, sich daran zu halten. Weil es sich eben anfühlt wie: Du möchtest, aber darfst nicht. Es ist unangenehm. Es belastet. Es nimmt mir meine Freiheit. Und dann macht man es wie Tom. Man versucht, sich so viel Freiheit wie möglich herauszunehmen. Um eben doch, heimlich, noch mal schnell den Ball gegen die Wand zu kicken.


Gott sagt einmal: „Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben. Es soll für sie Sinn machen“ (Jer 31,33) .“


Herz und Verstand – sonst regt sich Widerstand. Wenn man einander wichtig nimmt, ist es wie bei Sascha. Dann ändern sich Dinge von selbst. Und Regeln hören auf, eine Last zu sein, weil sie zur Selbstverständlichkeit geworden sind. Dann sagt man eben: Das ist mein Mitmensch. Ich muss doch auf ihn aufpassen.



Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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