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Kirche in WDR 5 | 06.11.2020 | 06:55 Uhr

Heute habe ich dich vermisst

Heute habe ich dich vermisst.

Ich wollte dich mal eben antexten.

Später anrufen vielleicht.

Kurz reden.

Und demnächst vorbeikommen.

Mit deinem treuen Hund Silas den Hügel hoch.

Über deine Kirche im erhobenen Tal.

In den Wald.

Ich wollte mal eben…

 

Bis vor Kurzem ging das noch.

Kurz deine Stimme hören.

Die eine Last teilen, die andere Freude doppeln.

 

Doch dann gingst du einfach.

Es war Februar, ein Tag, der mir zuerst wie irgendein anderer Tag schien.

Ich hatte dir noch eine Nachricht geschrieben am Morgen,

doch du hast sie nicht mehr lesen können…

Du bist einfach nach Hause gegangen.

Einfach so.

 

Für dich war der Himmel immer nah.

Das hast du mit uns gelebt, auf uns abgestrahlt.

Ewigkeit, Ewigkeit ist nicht nur das Zukünftige, sie ist auch immer jetzt.

Sie ist nicht ewig weit weg.

Sie ist nur einen Schritt weit – nah.

 

Und du bist diesen Schritt nun vorausgegangen.

Nach stürmischer Lebensreise bist du bist jetzt im Hafen.

Und wir sind noch auf See.

Ach, um dich machen wir uns keine Sorgen.

Dich wissen wir doch in guten Händen.

Aber wir.

Wir stehen hier. Dein Mann. Deine Kinder. Deine Gemeinde. Dein Obdachlosen-Freundeskreis. – Und ich. Und heute habe ich dich vermisst.

 

 

Erstaunlich wie man so mit Leib und Seele Pfarrerin ist

und gleichzeitig so gar nicht danach aussieht, hab ich oft gedacht.

Wie man gleichzeitig so klein

und so groß sein kann.

Eine, die für dich kämpft.

Die nicht nur große Worte hat,

sondern vor allem große Ohren für dich.

Und durch die Worte hört.

Bereit ist mitzugehen,

zu dir zu stehen.

Du hast mitgelitten mit uns.

Du warst uns so nah.

Und du konntest deiner Empörung Taten folgen lassen.

Herzensmensch.

 

Vielleicht ahne ich jetzt mehr als je zuvor, wieviel Kraft das gekostet hat.

Wie du dich zerrissen hast.

 

Wenn Leute auf einen Zettel,

die drei wichtigsten Menschen in ihrem Leben

über die Familie hinaus aufschreiben würden:

Du ständest auf 1000 Zetteln.

Zetteln von Ärzten und Obdachlosen, von Geflüchteten und Frommen,

von Jugendlichen und Sterbenden…

Denn du hattest 1000 Menschen auf deinem Zettel.

Das war deine Alltagsrealität.

 

Und ich bin glücklich, noch gerade bevor Corona kam, mit diesen Tausend auf dem Friedhof ein Friedensfest, ein Himmelfest gefeiert zu haben mit dir…

 

Du warst uns ein wirkliches Wunder.

Du Sonnenstrahl des Höchsten in unsere Dunkelheit.

Du Umarmung Gottes.

 

Du hast Gott spürbar gemacht.

„Im Leben.

Im Lieben.

Im Leiden.

Im Glauben.“

 

Was wenn Gott heute in uns Realität wird.

In dem wie wir handeln und wandeln.

 

 

Ach, Moni.

Heute habe ich dich vermisst.

Und ich habe gelächelt.

Danke.

Und allen die heute auch jemanden vermissen, wünscht Patrick Depuhl aus Alpen, Trost und ein Lächeln wegen einer wunderbaren Erinnerung.

 

(1) Text in Anlehnung an Depuhl, Patrick (2020). „Heute habe ich dich vermisst.“ In: Johannes Broxtermann (Hrsg.) Mensch Moni. Marburger Medien. 2020.

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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