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Kirche in WDR 4 | 06.01.2021 | 08:55 Uhr

Ich kann das alleine

 

„Ich kann das alleine!“ Mein Sohn ruft das tagtäglich. Meist folgt darauf auch noch ein Wutanfall. Wenn es ums Anziehen geht, wenn es darum geht, das Laufrad aus dem Keller die Treppe hochzutragen. Oder jetzt beim Baum abschmücken.

Es geht dabei gar nicht so sehr darum, ob er etwas wirklich schon alleine kann, sondern darum, dass er es sehr gerne alleine will. Das ist oft anstrengend, aber allermeistens einfach sehr lustig.

Um es ihm leichter zu machen, lasse ich ihn Dinge selbst tun, soweit er kann. Und wenn ich ihm dann helfe, umarme ich ihn und gebe ihm einen Kuss. Damit er spüren kann, dass das „alleine machen“ zwar gut ist, dass sich das „sich helfen lassen“ aber auch gut anfühlt.

 

„Ich kann das alleine“, das ist ein Satz, den ich auch von vielen religiösen Menschen kenne. Sie sagen dann sowas wie: „ Für meinen Glauben, da brauche ich keine Kirche oder keine Gemeinschaft. Ich gehe einfach gerne in den Wald und in der Natur begegne ich auch Gott.“

So oder ähnlich habe ich das schon oft gehört. Ich kann dem viel abgewinnen. Und trotzdem ist es bei mir anders gekommen: Fast mein ganzes Leben habe ich meinen Glauben eher vertikal gelebt, also einfach nur auf der Achse zwischen mir und Gott sozusagen. Das Horizontale, also die Gemeinschaft der Gläubigen, war mir nicht so wichtig. Inzwischen merke ich: Meine ganz tiefen religiösen Erfahrungen, die mache ich in Gemeinschaft, zwar oft in eher anonymer Gemeinschaft, etwa im Kloster beim Schweigen, aber da sind immer Menschen um mich. Gar nicht, weil ich gern mit ihnen reden möchte, sondern eher weil sie das gleiche glauben wie ich. Sie sind auf das gleiche ausgerichtet wie ich und ich spüre das in der Gruppe.

Das Glauben in Gemeinschaft ist für mich wie die Umarmung und der Kuss beim Helfen: Natürlich ist beides nicht zwingend nötig. Aber die Berührung, die Nähe, sie helfen dabei, sich gehalten zu fühlen. Und das ist eines der stärksten Gefühle in meinem Glauben: Ich bin gehalten, mit allem, was ich kann und was ich nicht kann.

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