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Das Geistliche Wort | 25.08.2019 | 08:40 Uhr

Ich packe meinen Koffer (Wdh.)

Autor: Reisen beginnt mit dem Kofferpacken. Koffer packen – für alle, die verreisen, eine unerlässliche Beschäftigung. Für manche ist es ganz leicht, sie sind häufiges Reisen gewohnt und wissen schnell und sicher, was mitzunehmen ist.  Koffer packen – fast eine Nebenbeschäftigung.

Für andere, für mich, ist es das Lästigste am ganzen Urlaub.  Kofferpacken erfordert die Entscheidung: Was kann selbstverständlich zu Hause bleiben, worauf wird für die nächste Zeit bewusst verzichtet, was wird vorsorglich eingepackt, obwohl es vermutlich nicht gebraucht wird? Kleidung für kalte Tage und für warme Tage, bequeme Freizeitkleidung und etwas Festliches für das Restaurant, Schuhe für jeden Zweck, zwei gute Bücher oder drei und viele Dinge mehr… 

Der Koffer ist groß.

Ich nehme immer zu viel mit.

Man weiß ja nie…

Musik: Lebe wohl, gute Reise CD: Comedian Harmonists - Das Allerbeste, Track: 23, Musik/Text: Bert Reisfeld, Rolf Marbot, Interpreten: Comedian Harmonists, Label: Electrola – Universal Music (27990), EAN: 0724359350424.

Autor: Ich packe meinen Koffer, gehe, fliege, fahre irgendwohin und packe meinen Koffer am Ziel wieder aus. Und mit jedem Stück, das ich auspacke, nehme ich den Platz in Beschlag, an dem ich jetzt für begrenzte Zeit bin. Ich lege den Koffer auf das von anderen gemachte Bett, ordne meine Kleider in einen noch fremden Schrank, stelle meine Schuhe an einen ihnen unbekannten Ort. Ich beginne mehr und mehr, das „Fremden-Zimmer“ zu meinem zu machen.

Ich packe meinen Koffer und nehme mich selbst mit.

Ich bin transportabel und mobil.

Ich packe mich, nehme mich und bin auf Zeit woanders ich.

Ich mit mir.

Und mit allem, was mich ausmacht.

Musik:All At Sea”, CD: Jamie Cullum – Twentysomething, Track: 10, Musik/Text/Interpret: Jamie Cullum, Label: Verve (00383) EAN: 0602498687291.

Autor: Koffer packen – das gibt es auch in anderen Situationen, die nicht immer so erfreulich sind wie der Urlaub, dem nach einiger Zeit die Rückkehr ins Gewohnte folgt.

Koffer packen steht stellvertretend für andere Aufbruchszeiten, in denen es manchmal kein Zurück gibt.

Alte Menschen, die nach dem Krieg auf der Flucht waren, erzählen:

Sprecherin: „Mit nur einem Koffer in der Hand bin ich damals angekommen. Darin hatte ich all meine Habseligkeiten. Vieles hatte ich eingepackt, aber bis auf Weniges habe ich alles verloren.“

Autor: Ein flüchtig, schnell, nur ganz notdürftig gepackter Koffer. Auf’ s Bett geschleudert, die Sachen zum Überleben reingeworfen und dann geflüchtet.

Alles stehen und liegen gelassen. Reiseziel ungewiss. Leidvolle Geschichten, weit jenseits von Reiseromantik, erzählen dann diese Koffer.

Ein normaler Umzug heutzutage braucht hingegen Koffer in der Größe eines LKW.

Vieles gibt es mitzunehmen, obwohl schon manches entrümpelt wurde. Zurückgelassen werden Nachbarn, Freunde, die man zukünftig nur noch selten sieht, der Ort, der ein Zuhause war.

Junge Leute packen irgendwann ihre Koffer und ziehen aus dem Elternhaus aus.

Außer den sichtbaren Spielsachen auf dem Dachboden oder im Keller bleibt ihre Kinderzeit zurück, mit all den gemischten Gefühlen, die für Eltern und Jugendliche damit verbunden sind.

Sprecherin: „Irgendwann habe ich es nicht mehr ausgehalten, da habe ich meine Koffer gepackt und bin ausgezogen,“…

Autor: … sagt die Frau, die ihren Mann verlassen hat, weil die Ehe längst nicht mehr so ist, wie sie einst begann.

In dem alten Schlager ‚Ich hab noch einen Koffer in Berlin‘ ist die Sehnsucht enthalten, an einen Ort großer Vertrautheit und ursprünglicher Beheimatung zurückkehren zu können – immer mal wieder, um die Verbindung nicht ganz abreißen zu lassen.

Musik: Ich hab‘ noch einen Koffer in Berlin, CD: Mythos Marlene, Track: 09, Musik/Text: Ralph Maria Siegel; Aldo von Pinelli, Interpretin: Marlene Dietrich, Label: EMI (00542), EAN: 5099915986023.

Autor: Ich packe meinen Koffer – und ich packe meine Extra-Haut, Kleidung genannt.

Auf Zeit ziehe ich andere Klamotten an, salopper, feiner, neu und speziell für diese andere,  besondere, begrenzte Phase des Jahres gedacht.

Lasse meine Haut braun werden, creme sie öfter ein.

Tu ihr und mir Gutes.

Natürlich weiß ich, ahne ich, kann nicht überspielen: Ich werde der Gleiche, die Gleiche bleiben. Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub. Wohin wir auch gehen, wohin wir auch reisen, wir nehmen uns mit, wir tragen unsere Haut weiter, kommen aus ihr nicht heraus.

Eine zweite Haut…

Gibt es die?

Die Bibel sagt Ja.

Als Mose auf seiner langen Lebensreise durch die Wüste auf dem Berg Gott ganz nahe war.

Als er mit Gott geredet hatte, ganz nah ihm kam, da glänzte die Haut seines Angesichts, erzählt die alte Geschichte. Wie ein wunderbarer Überzug auf Moses’ eigentlicher Haut, wie ein göttlicher Zuckerguss aus Segenslicht, der haften bleibt.

Gott schenkt uns eine zweite Haut.

Wir tragen ihn an uns.

Wohin wir auch gehen.

Deswegen brauchen wir im Grunde keine Taschen, keinen Koffer.

Wie Jesus seine Jünger aussandte ohne Taschen, so könnten wir auch ohne Taschen und Koffer gehen. Wir sind Gäste auf Erden, sagt die Bibel. Wir haben hier keine bleibende Stadt.

Das, was in Taschen, in Koffer gehört, ist nicht Not wendend und ist vergänglich.

Ich packe meinen Koffer trotzdem.

Menschen, die Gott vertrauen, packen Koffer.

Immer.

Wie all die anderen. Aber sie packen zwei Koffer. Den einen für sich und den Urlaub und den anderen als geistliches Handgepäck. Sie versuchen, Gott im Gepäck zu haben.  Seine Werte, seine Gebote, sein Segen, lebbar und erlebbar auch an anderen Orten, zu anderen Zeiten.  Dieser Koffer ist unsichtbar, wird zeitlebens gepackt, mal ist viel, mal ganz wenig drin, mal wird er umgepackt. Der Kinderglaube würde sagen, Gott hat mir diesen Koffer gepackt, für die komplette Lebensreise.

Es ist sein Koffer.

Dieser Koffer versichert uns, für unterwegs, dass Gott mitgeht, dass wir Gott mit uns tragen, einen transportablen Gott.

Musik: Pinocchio, CD: Vattensaga, Track: 09, Musik: Martin Tingvall, Interpret: Tingvall Trio, Label: SKIP RECORDS (10482), EAN: 4037688908720.

Autor: Ich packe meinen Koffer…

Das deutsche Wort „Koffer“ kommt erst im späten Mittelalter auf, es kommt von Frankreich zum Niederrhein und wird dann im Deutschen heimisch.  Damals waren Koffer noch sehr groß, wahrscheinlich reichen Menschen vorbehalten, wertvoll, richtige große Truhen, Kisten oder Laden.

Das erinnert an die israelitische Bundes-Lade, die mobile Präsenz Gottes in Wüstenzeiten.

Erst im 18. und 19. Jahrhundert wird der „Koffer“ ein weit verbreitetes Phänomen, Ge­brauchs­gegenstand und vielfältig genutzt. Seine ursprüngliche Wurzel hat das Wort Koffer aber in einem griechischen Begriff, dem Wort für „Weidenkorb“.

So ein Weidenkorb wie bei der Speisung der 5000 Menschen am See. Da werden nach der wunderbaren Brotvermehrung zwölf Körbe voll mit Brot gesammelt. Da werden Menschen auf ihrem Lebensweg am Fuße des Berges zuerst mit Worten und dann mit Brot wunderbar genährt, erfahren an Seele und Leib Heil – und das, was davon übrig bleibt, wird gesammelt und aufbewahrt in Körben.

Körbe, Vorgänger der Koffer, bewahren ausgeteiltes, erfahrenes Heil auf. Ähnlich wie bei den kleinen Patenen, den Tellerchen, auf denen bei unserem Abendmahl das Brot bereit liegt, damit es ausgeteilt wird.  So lässt sich auf Patenen, in Weidenkörben, in Laden und vielleicht auch in Koffern etwas vom ausgeteilten Heil konservieren, mittragen, mitnehmen.

Erfahrenes Heil als Erinnerungsstoff.

Musik: Cathedral in A Suitcase, CD: Secret Story, Track: 03, Musik/Interpret: Pat Metheny, Label: Geffen (07266), EAN: 0057373136515.

Autor: Meinen, deinen Koffer packt Gott.

Was mag wohl drin sein? Deine Seligkeiten.

Vorrat, schöne und wichtige Schöpfungsdinge, Nahrung, Hilfe, gute Gedanken, Worte natürlich, Erinnerungen an verlorene Menschen, letzte Hoffnungssätze, Schutzmächte, beseelte Begegnungen, eine Reißleine (für alle Fälle), deine allerliebsten Sachen, Bilder.

Du eben.

Und ein weißes Kleid.

In deiner Größe.

Es ist mit gewachsen.

Sorgfältig von Gott zusammengelegt.

Etwas von ihm ganz für dich.

Wenn du dieses Kleid trägst, dann sind alle Fehler, alle Schwächen, alles Versagen und Misslingen entschuldigt.

Dieses Gewand der Unschuld hat Jesus getragen.

Aber: Das weiße Kleid ist nicht für den Sohn allein reserviert.

Auch wir dürfen es tragen (, sagt die Bibel).

Damit mag Gott uns umkleiden – auf unserer ganzen Lebensreise.

Als Menschen unterwegs – auch zu ihm.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag, einen gut gepackten Koffer und Gottes Segen für jede Ihrer Reisen! Ihr Michael Opitz von der evangelischen Kirche.

Musik: Leb’ den Tag, CD: Die Frage Wie, Track: 02, Musik/Text/Interpret: Laith Al Deen, Label: COLUMBIA (00162), EAN: 0828767015323.

Eine Wiederholung vom 22.07.2012.

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