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Kirche in WDR 2 | 27.05.2019 | 05:55 Uhr

Im Fundbüro

Heute ist wieder Montag, und weil heute Montag ist ist das Wochenende leider auch schon wieder vorbei. Tja.

Heute geht die Arbeit wieder los. In den Arztpraxen, im Supermarkt, auf dem Bau.

Und im Fundbüro. Und falls Sie in einem Fundbüro arbeiten: Meine Geschichte heute Morgen ist ganz besonders für Sie.

Denn gestern stolperte ich bei der Vorbereitung auf einen Gottesdienst ganz zufällig über folgendes Stück aus der Bibel. Die Geschichte von der Frau, die Geld verloren hat. Eine Münze. Oh jemine! Erschrecken pur. Sie stellt sie ihr ganzes Haus auf den Kopf: Sie macht alle Lampen an, und sucht, und sucht, und sucht … und gibt nicht eher Ruhe, bis sie die Münze wiedergefunden hat. Puh! Riesenerleichterung!

Dann aber ruft sie alle Nachbarn und Freundinnen zusammen, damit sie sich mit ihr freuen. Und feiert eine zünftige Party. Wahrscheinlich war die Münze anschließend wieder weg. Investiert in Wein, Musik und gutes Essen – was man für eine Party halt so braucht.

Ich musste jedenfalls gestern an mein Erlebnis mit dem Kölner Fundbüro zurückdenken. Ich hatte vor einiger Zeit jedenfalls meine Arbeitstasche verloren. In der Tasche befanden sich total wichtige, unersetzliche Unterlagen. Futschikato. Äußerst ärgerlich!

So fuhr ich – allerdings mit wenig Hoffnung - mit dem Fahrrad in den Kölner Osten und betrat einen mir bis dahin unbekannten total interessanten Kosmos: Regalmeter um Regalmeter waren mit Taschen, Schirmen, Kleidung, Mützen, aber auch mit den Klassikern Schlüssel und Portemonnaise vollgepackt. Hunderte Fahrräder, Schultaschen, Rücksäcke, Hundeleinen, Hundenäpfe, Gabeln, Taschenmesser, Grillzangen, Schulhefte, Playmobilfiguren und so weiter gab es dort. Überwältigend. Mir war nicht klar gewesen, was Menschen alles verlieren – und andere Menschen abgeben. Sogar für Gebisse gab es einen eigenen Karton.

Was soll ich sagen: in einem Berg schwarzer Taschen fand ich tatsächlich meine eigene wieder. Der gewissenhafte Mitarbeiter vom Typ „Bleistift-hinterm-Ohr- und Ärmelschoner-Träger“ hatte mich zielgenau an die richtige Stelle bugsiert. Unglaublich! Ich dankte dem unbekannten Finder sowie dem Mitarbeiter für ihre Hartnäckigkeit und ihren Glauben, das der verlorene Gegenstand und sein Besitzer tatsächlich wieder zusammenfinden würden. Und ich war verblüfft darüber, dass sich der Mitarbeiter über das Happy End zwischen der Tasche und mir fast mehr zu freuen schien als ich selbst.

Ich habe damals keine Party mit meinen Freunden und Nachbarn veranstaltet. Doch bleibt die Geschichte eine schöne Erinnerung: Ein Fundbüro ist ein Ort der Hoffnung wider alle Hoffnung. Wo Menschen arbeiten und unverzagt daran glauben, dass das Gute gewinnt und zwei, die sich verloren haben wieder zueinander finden. Ich glaube jedenfalls, dass Gott gerne in einem Fundbüro arbeiten würde. Auch an einem Montagmorgen.


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