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Kirche in WDR 4 | 17.12.2019 | 08:55 Uhr

Imagine there´s no hate

Guten Morgen. Sie trägt eine schwarze Lederjacke, ihre blonden langen Haare wehen um ihren Kopf, ihre großen Augen schauen durch eine dunkel gerahmte Brille. Auf dem schwarzen T-Shirt von Magdalena Adamowicz ist ein großes rotes Herz abgebildet und darüber steht in weißen Buchstaben: Imagine there´s no hate. Stell dir vor: Es gibt keinen Hass. Mit diesem Satz beendete sie den Offenen Brief, den sie im Januar an die politischen Führer der Welt schrieb. Kurz zuvor war ihr Mann Pawel Adamowicz bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung so verletzt worden, dass er kurz darauf starb. 20 Jahre lang hatte er sich als Bürgermeister der polnischen Stadt Danzig eingesetzt für ein rechtsstaatliches, demokratisches und buntes Leben. Er kritisierte die Regierungspartei und erntete für seine Meinungen viel Kritik. In hasserfüllten Reden beschimpften seine Gegner ihn als Mafioso oder Dieb. Solche Hassreden darf es nicht mehr geben, schrieb Magdalena Adamowicz. Denn aus Worten werden Taten. Sie wehrt sich dagegen und sucht Bündnispartner. (Quelle: Die Zeit 38, 2019)

Die 46-jährige Witwe Magadalena Adamowicz glaubt an Gott. Zunächst konnte sie nicht begreifen, warum Gott den gewaltsamen Tod ihres Mannes zugelassen hat. Dann fand sie zwei Erklärungen: „Entweder brauchte Gott ihren Mann, um im Himmel einige Neuerungen durchzusetzen. Oder er wollte uns alle schockieren: So geht es nicht weiter."

So geht es nicht weiter – ist ihre Reaktion auf den Tod ihres Mannes. Sie zog sich in ihrer Trauer nicht hinter die eigenen Wände zurück, sondern fragte sich: Was kann ich tun gegen diese Gewalt? Sie wollte andere Menschen davor bewahren, so zu leiden wie ihre Töchter und sie selbst. (Quelle: https://www.dw.com/de/der-kampf-der-magdalena-adamowicz/a-49634739, letzter Abruf 10.11.2019)

Magadalena Adamowicz ist Jura-Dozentin und hat sich ins europäische Parlament wählen lassen. Hier setzt sie sich für ihre Kampagne ein. Imagine there´s no hate – Stell dir vor, es gibt keinen Hass. Drei Ziele will sie erreichen: Sie will mit EU-Mitteln Ausbildungs- und Aufklärungsprogramme entwickeln und fördern. Sie will, dass in die internationale Menschenrechtskonvention ein Abschnitt eingefügt wird, der Hassreden ächtet. Und sie will Opfern von Hassreden helfen.

Dass sie davon nicht nur redet, sondern auch danach handelt, zeigt ihr Verhalten gegenüber dem 27-jährigen Mann, der sie zur Witwe gemacht hat. Inzwischen weiß man, dass er psychisch krank ist. Was er getan hat, nennt sie einen politischen Mord, ihn selbst aber bezeichnet sie nicht als Mörder. Er ist in ihren Augen ein Opfer von Hassreden geworden. Dass er eine Gefängnisstrafe absitzen musste, hat er dem Bürgermeister von Danzig persönlich vorgeworfen. Er hörte Hassreden über den Mann, auf den er wütend war. Die Saat dieser Worte ging in ihm auf. Darunter will Magadalena Adamowicz einen Schlussstrich ziehen. Sie will nicht mit Hass auf Hass antworten, sondern mit ihrer Kampagne in Europa Räume ohne Hass entwickeln. Wo Menschen lernen, einander auszuhalten, wenn sie anderer Meinung sind. Wo Gegner einander ins Gesicht sehen können und Mitmenschen erkennen. Wo um Kompromisse und gemeinsame Lösungen mit Worten, mit Herz und Verstand gerungen wird. 

Einen Tag ohne Hass wünscht Ihnen Pfarrerin Kathrin Koppe-Bäumer aus Meschede.

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

 

 

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