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Kirche in WDR 3 | 18.02.2021 | 07:50 Uhr

Improvisations-Talent

Guten Morgen,

 

„Um was aus dem Ärmel zu schütteln, musst du vorher was reingesteckt haben“, diesen Satz sagt ein Kollege von mir recht regelmäßig, wenn ich mich beeindruckt zeige, wie er in manchen Situationen improvisiert. Ein typisches Beispiel: Die Jugendlichen in unserer Firmvorbereitung, sind unerwartet zurückhaltend und kommen nicht in den erhofften Austausch. Meinem Kollegen fällt wie aus dem Stehgreif ein gruppendynamisches Spiel ein, das zur Lockerung der Atmosphäre beiträgt. Und er moderiert das auch noch so begeisternd und selbstverständlich an, als hätte er nie etwas anderes geplant als dieses Spiel.

Klar: Wenn er sich nicht über Jahre immer wieder genau diese Methoden angeeignet hätte, könnte er sie nicht scheinbar aus dem Ärmel schütteln.

Der Kollege und ich arbeiten zwar nicht mehr im gleichen Team. Aber vor einiger Zeit haben wir uns bei einer Fortbildung getroffen. In der Pause habe ich ihm anvertraut, dass es bei meiner Arbeit als Schulseelsorgerin gerade nicht so rund läuft. Viele Projekte, die ich geplant habe, stocken oder scheitern. Ich muss vieles neu denken. Das frustriert und ich zweifle daran, ob ich zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle bin.

Ein paar Tage nach der Begegnung kam eine Nachricht von ihm: „Um was aus dem Ärmel zu schütteln, musst du vorher was reingesteckt haben“ stand da. Dazu ein Link. Dieser führte mich zu einem Konzertausschnitt mit der Pianistin Maria João Pires aus dem Jahr 2009. Pires sitzt am Flügel, bereit, ihr eingeübtes Stück zu spielen. Als der Dirigent den Taktstock schwingt und das Orchester die ersten Töne spielt, sieht man förmlich, wie die Pianistin aus allen Wolken fällt. Es erklingen Töne aus einem Stück von Mozart, aber nicht aus dem, auf das sie sich so akribisch vorbereitet hat. Verzweifelt fasst sie sich an den Kopf. Aber dann fasst sie sich, kramt in ihren Erinnerungen. Und spielt das Stück, das nun erklingt. Fehlerfrei, perfekt.

Fehlerfrei, perfekt. So läuft es nicht in meinem Leben. Das sehe ich im Moment auch an meinen geplanten und gescheiterten Projekten.

Aber in meinem sprichwörtlichen Ärmel steckt eine Menge an Talenten und Begabungen, die ich nur ab und zu mal herausschütteln muss. Maria João Pires spielte nicht einfach so grandios. Es gelang ihr, weil sie jahrelang ihr Talent geschult hat. Und Talente hat jede und jeder. Sie sind ganz unterschiedlich. Ich als Christin glaube daran, dass diese Talente in uns angelegt wurden, von Gott.

Die Bibel erzählt viele Geschichten von Menschen, deren Leben nicht perfekt lief. Und nicht selten musste sie jemand mit der Nase darauf stoßen, dass es darauf nicht ankommt. Sondern darauf, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen und mit ihnen das Beste aus der Situation zu machen. So wie es im Petrusbrief steht: „Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat!“ (1.Petrus 4, 10-11). Also dann: besinne ich mich auf meine Stärken und mache mit ihnen das Beste aus der Lage. Potential ist da.

Eine erfolgreiche Talentsuche wünscht Ihnen, Ihre Sonja Stratmann

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