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Kirche in WDR 4 | 17.12.2020 | 08:55 Uhr

Gedankenreise

Guten Morgen!

Die meisten Weihnachtsgeschenke habe ich schon besorgt – im November.

 

Aber nun brauche ich doch noch ein Geschenk auf den letzten Drücker.

In die Stadt kann ich nicht mehr, und die Paketboten haben schon genug zu tun.

 

Warum nicht mal was von meinen eigenen Dingen verschenken? Das kann sehr persönlich sein!

 

Zuhause wandert mein Blick über das Bücherregal. Ein Krimi? Aber Mord und Totschlag zu Weihnachten? Das muss nicht sein. Ein historischer Roman? Nicht jeder kämpft sich gerne über 800 Seiten durch längst vergangene Zeiten.

 

Da fällt mein Blick auf die Ecke mit den Reiseführern. Geht gar nicht, dieses Jahr! So mein erster Gedanke. Wo man in dieser Zeit doch sowieso kaum irgendwo hinfahren darf, von fliegen gar nicht zu reden.

 

Ich beginne ein bisschen zu blättern: Die Schweiz. Tolle Aufnahmen. Das Matterhorn steht immer noch auf meiner Reise-Wunschliste. Ein paar Seiten weiter, der Oberalppass. Da bin ich mal hoch geradelt. Ok, ich habe mir dafür ein E-Bike geliehen. Aber ohne zu trampeln, wäre das da nicht hochgefahren. Oben dann wunderbare Blicke. In dem Buch ist auch die Rheinquelle beschrieben. Die war mir damals zu weit, und da wäre ich mit dem Rad auch nicht hingekommen. Und jetzt sehe ich hier wieder das Bild von diesem tiefblauen See inmitten von grünen Wiesen und Hügeln. Groß ist er nicht. Kaum zu glauben, dass das Wasser, das aus diesem See den Berg hinunter plätschert, halb Europa durchquert, bis es in Holland ins Meer fließt.

 

In Gedanken bin ich selbst wieder auf Reisen. Ich nehme ein anderes Buch heraus und finde mich in Südfrankreich wieder. Ohne Flieger oder Stau auf der Autobahn. Strahlend blaues Mittelmeer mit langen Stränden, dahinter gleich riesige Felsen. Auf der nächsten Seite schmale Straßen, die sich zu kleinen Dörfern hoch schlängeln. Häuser direkt an den Hang gebaut, kaum Platz zwischen engen Gassen, aber in der Mitte überragt ein Kirchturm die anderen Dächer.

 

Im Regal sehe ich jetzt das ideale Weihnachts-Reisebuch: Bethlehem! Da kam ich schon in guten Zeiten nur schwer hin. Politisch unsicher und umgeben von einer riesigen Mauer.

Beim Blättern entdecke ich eine Höhle, wo vielleicht vor 2000 Jahren das Jesuskind in der Krippe gelegen hat. Von dort wird der Blick ins Tal gelenkt, eine riesige Schafherde mit einigen Hirten, als wäre die Zeit stehen geblieben.

 

Das Schmökern in einem Reiseführer ist wie eine Fahrt in Gedanken mit wunderbaren Bildern vor den Augen. Ein Trip ohne Angst um den Koffer nach der Landung. Ein Urlaub ohne die Abgase eines schwimmenden Superhotels. Und vor allem eine Reise, die nicht plötzlich ausfällt, wegen der Schutzmaßnahmen.

 

Jetzt habe endlich mein Last-Minute-Geschenk in der Hand! Das hänge ich ganz kontaktfrei an die Tür, und dazu gibt es einen Gutschein, um es gemeinsam in einem Videochat anzuschauen. Und natürlich steckt die Hoffnung dahinter, dies alles wirklich einmal wieder live zu sehen.

 

Ich wünsche Ihnen trotz allem ein fröhliches Weihnachtsfest! Ihr Pfarrer Michael Nitzke aus Dortmund.

 

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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