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Kirche in WDR 5 | 13.03.2019 | 06:55 Uhr

In Gedanken teilen

Guten Morgen!

In der Gemeindeküche wird es laut. Die Mitarbeiter von der Cafeteria diskutieren. Sie sind für das Kirchenkaffee nach dem Gottesdienst zuständig. Ihr Problem: Sie kommen gar nicht nach mit dem Auffüllen der Teller mit den Plätzchen. Egal wie viel sie einkaufen: Es scheint immer zu wenig zu sein. Ich geselle mich dazu und frage, ob ich helfen kann. Die Mitarbeiterinnen erzählen: „Nach dem Kindergottesdienst kommen die Kids reingerannt: Die räubern händeweise die Kekse von den Tischen. Und dann kommen etwas später die erwachsenen Gottesdienstbesucher und beschweren sich, dass keine Plätzchen mehr da sind.“

Da kommt noch jemand zu unserer Gesprächsrunde, hört eine Weile zu und sagt dann: „Also, gibt es nicht wichtigere Dinge als darüber zu diskutieren, wie viele Kekse wir fürs Kirchenkaffee brauchen? Dann kauft doch einfach ein paar Packungen mehr. Und gut ist.“

Natürlich. So kann man dieses kleine Problem schnell lösen. Ein paar Packungen Kekse kosten nicht die Welt. Und dennoch geht mir diese Sache nach.

 Ein paar Tage später unterhalte ich mich mit einer Mutter über diese Angelegenheit. Und sie erzählt mir, dass sie schon mit ihren Kindern darüber gesprochen hat und ihnen gesagt hat. „Kinder, so geht das nicht. Die Kekse sind für alle da und nicht zum Sattessen. Mittagessen gibt es nachher zuhause.“ Eines ihrer Kinder hat geantwortet: “Ihr seid doch selber schuld, Mama: Die stehen doch zum Essen da!“ Das heißt: Wenn also auf dem Teller nicht ausdrücklich draufsteht: Bitte nur einen Keks nehmen, kann ich mir doch die ganze Hand voll nehmen.

Machen wir Erwachsenen, so frage ich mich, es nicht oft genauso, wie die Kinder vom Kindergottesdienst? Für manche Eltern sind die Kekse vom Kirchenkaffee nach dem Gottesdienst am Sonntag nicht besonders verlockend, weil zum Mittagessen zuhause ja ein saftiger Braten im Ofen schmort. Das ist nun auch nicht gerade vorbildlich.

Denn: Wie gehen wir mit dem um, was Gott uns in seiner Schöpfung auf den Tisch stellt? Da sind wir Erwachsene den Kindern vom Kindergottesdienst oft nicht wirklich ein Vorbild. Da räubern wir die Schätze in der Erde und auf der Erde nicht nur händeweise leer. Und denken dabei nicht an die, denen diese Schätze gehören und die gerne auch was davon abbekommen würden. Die Menschen, die in Afrika leben, bekommen oft nichts ab von den seltenen Erden, die wir in Europa für das neue Handy oder den neuen Fernseher für die Weltmeisterschaft brauchen. Und die Einwohner im Amazonasgebiet gehen leer aus. Wir lassen ihr Land roden, um darauf Soja anzubauen, damit wir in Europa als Sonntagsbraten ein saftiges Steak auf dem Teller haben.

Sicher, die großen globalen Probleme der gerechten Verteilung von dem, was uns an Ressourcen gegeben ist, sind nicht so einfach zu lösen, wie der Nachschub an Plätzchen im Kirchenkaffee. Aber manchmal fangen die Lösungen ja im Kleinen an.

Jesus hat seinen Lösungsvorschlag zur Verteilung der Kekse nach dem Gottesdienst und zur Verteilung von seltenen Erden und anderer Bodenschätze auf eine sehr kurze und prägnante Weise ausgedrückt: „Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut ihnen auch. Mit diesem Satz habt ihr eine Regel, durch die eure kleinen und großen Diskussionen überflüssig werden.“ (Matthäus 7,12)

Als nach dem 2. Weltkrieg wieder viele Lebensmittel erhältlich waren, gab es einen Ratschlag an die hungrigen Kinder am Tisch. Der könnte auch heute ein erster Schritt sein: „Bevor ihr euch euren Teller vollpackt, die Scheiben Wurst oder Käse erst einmal in Gedanken teilen“. Es ist dann genug für alle da.

Ihr Pastor Christoph Neumann aus Hemer.


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