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Kirche in WDR 4 | 28.04.2021 | 08:55 Uhr

Ins Museum

„Ist heute ein Tag für ein Museum?“ Seit Wochen denke ich über diese Frage nach, ich habe sie in einem dieser Lebensratgeber gelesen. Und dabei geht es nicht um einem Besuch im Museum Ihrer Wahl. Der Gedanke im Buch ist einfach und packend: Stellen Sie sich vor, es gäbe eine Ausstellung über Ihr Leben. Mit Fotos von alldem, was bei Ihnen viel Raum eingenommen hat. Was wäre auf den Fotos zu sehen? Wie sähe das Bild für den heutigen Tag aus? Beim Lesen hab ich geschluckt. Denn an dem Tag hatte ich extrem schlechte Laune, ich hab den ganzen Tag ein ziemlich unfreundliches Gesicht gemacht, wenig liebenswürdige Dinge zu meinem Mann gesagt und Geduld mit den Kindern hatte ich auch nicht. Davon möchte ich eigentlich kein Foto in meiner Lebens-Ausstellung haben. Ich habe dann weiter nachgedacht: Wie oft würde auf Fotos meines Lebens wohl eine sehr konzentrierte, vor sich murmelnde Frau vor ihrem Laptop zu sehen sein? Ich verbringe wahnsinnig viel Zeit mit meiner Arbeit… Sie ahnen, wie das jetzt weitergeht: Ich habe ganz schön grundlegend darüber nachgedacht, ob ich mein Leben ändern muss, damit es am Ende in der Ausstellung besser aussieht, glücklicher, ausgeglichener – mit Fotos von den „richtigen“ Dingen. Von Familie, von intensiven Gesprächen mit Freunden, von liebevollen Gesten. Das Buch habe ich nicht weiter gelesen. Das Ganze war mir zu platt und irgendwie hat mir das Druck gemacht: Jeden Tag so zu leben, so zu sein, dass daraus ein schönes Bild entstehen könnte... Wobei: Den Gedanken, am Ende des Lebens ehrliche Rückschau zu halten, den mag ich. Aber nicht so plakativ, wie das auf Fotos wirken würde. Das ist mir zu sehr in der Logik von instagram und snapchat. Ich möchte es differenzierter. Nicht alles passt auf Fotos. Ungefähr so stelle ich mir meine Begegnung mit Gott vor, wenn ich gestorben bin. Wir betrachten gemeinsam mein Leben, er zeigt mir die hellen und dunklen Seiten darin. Und viele Grautöne – was für Fotos ziemlich unattraktiv ist, aber so ist das Leben – nicht nur schwarz und weiß. Manches wird mir im Nachhinein wehtun, manches wird mir viel schöner erscheinen, als ich heute empfinden kann. Und ich stelle mir vor, wie Gott nachfragt: Wie das alles gekommen ist. Ohne Vorwurf, aber schon sehr ernst. Vielleicht müssen wir über manches auch lachen. Denn ich glaube fest daran, dass Gott viel Humor hat. Und ich bin sicher, dass er viel schmunzeln wird, über die vielen kleinen und großen Menschlichkeiten, wie zum Beispiel die schlechte Laune an diesem Tag damals….die hat es jetzt nicht ins Museum, dafür aber ins Radio geschafft.

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