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Kirche in WDR 2 | 02.09.2021 | 05:55 Uhr

Kein Spiel

Bei uns weht auch eine Regenbogenfahne am Kirchturm. Und ich finde dieses Signal richtig wichtig, um ein paar wirklich grundlegende Dinge klarzustellen.

Auf der Fahne steht: „Kirche ist Vielfalt! – Mein Gott liebt jeden Menschen.“

Und eigentlich finde ich: Es ist doch ein Skandal, dass das überhaupt noch erwähnt werden und auf Fahnen stehen muss.

Seit dem „Nein“ aus Rom zur Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren wird in der katholischen Kirche wieder mehr über Homosexualität gesprochen – und auch gestritten. Die Regenbogenfahne, die ich an unserem Kirchturm aufgehängt habe, soll zeigen: Homosexualität ist keine Krankheit. Und der Gott, an den ich glaube, verlangt von keinem Menschen, dass er sich selbst verleugnen muss, um lieben zu können.

In den teils sehr hitzigen Diskussionen, die dieses Thema bei uns ausgelöst hat, kam mir folgender Gedanke: Wie verstehe ich meinen Glauben ganz grundsätzlich?

Und ich hab den Eindruck, dass manche Menschen an den Glauben herangehen wie an ein Gesellschaftsspiel. Eigentlich mag ich Spiele, aber bei diesem Vergleich kommt jetzt das Spiel nicht so besonders gut weg. Bei einem Spiel sind nämlich die Regeln ganz wichtig. Wer sich nicht dran hält, der darf nicht mehr mitspielen. Bei einem Spiel möchte ich gewinnen, und ich gewinne deswegen, weil ich der Schnellste, der Klügste, der Geschickteste oder eben der Glückspilz bin, der immer die richtigen Zahlen würfelt. Bei manchen Spielen kann ich den anderen Mitspielern Hindernisse in den Weg packen, weil der andere ist ja mein Gegner – gegen den ich gewinnen möchte. So funktioniert meines Erachtens Glauben aber nicht. 

Der Gott, an den ich glaube, hat kein Siegertreppchen. Der will auch keine Gewinner. Und der verteilt auch keine Fleißkärtchen. Das Leben ist für mich auch kein groß angelegtes Casting, also kein Würdigkeitswettbewerb, bei dem wir gegeneinander antreten, denn genau dann würde das auf der Strecke bleiben, was Gott sich für uns wünscht: Dass wir wohlwollend miteinander umgehen und dass wir uns eben nicht als Gegner verstehen.

Der Gott, an den ich glaube, wünscht sich, dass wir lieben:

·         Den anderen.

·         Sich selbst.

·         Und Gott, der die Menschen in ihrer bunten Vielfalt geschaffen hat und der jedem Menschen zuspricht:

„So, wie du bist, bist du gut und von mir bedingungslos geliebt.“

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