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Hörmal | 23.08.2020 | 07:45 Uhr

Kinder und Armut

(aktualisierte Wiederholung vom 14.10.16)

Mia ist acht (Jahre) und sorgt dafür, dass mittags was auf den Tisch kommt. Sie schiebt den ersten Teller Nudeln in die Mikrowelle. Der ist für ihren kleinen Bruder. Mias Teller kommt gleich dran. Mama ist arbeiten, sonst kommen sie nicht über die Runden. Zu Papa haben sie keinen Kontakt mehr. Er zahlt auch nicht. An Klassenfahrten kann Mia nur teilnehmen, wenn Mama einen Antrag auf Unterstützung stellt. Das ist ihr peinlich.  

 

Ein paar Straßen weiter. Max - neun Jahre alt - wartet an der Bushaltestelle auf seine Mutter. Wenn sie gleich kommt, wird er ihr helfen die Taschen nach Hause zu tragen. Max Mutter ist bei der Tafel. Da gibt es kostenlos Lebensmittel, die im Supermarkt nicht mehr verkauft werden können. Max geht nicht mit dahin. Er hat Angst, dass jemand aus der Klasse ihn sieht.

Im evangelischen Kindergarten unterhalten sich Erzieherinnen und Kinder darüber, wie sie sich Gott vorstellen. „Der gibt den Menschen zu essen und zu trinken.“, sagt die vierjährige Sofia und meint damit Jesus, Gottes Sohn.  

Die Erzieherinnen wissen: Das Mädchen bekommt zu Hause zu wenig zu essen. Überhaupt wird Sofia vernachlässigt. Ihre jungen Eltern konsumieren Drogen. Da bleibt kein Geld fürs Essen. Sofia kommt oft ohne Frühstück und ohne Pausenbrot.

 

Immer wieder begegne ich Eltern und Kindern wie Max, Mia und Sofia, die wir in Deutschland als arm bezeichnen.

Mehr als jedes fünfte Kind in Deutschland ist arm. Das sind 2,8 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 (Jahren). (1)

 

„Jesus gibt den Menschen zu essen“, hat Sofia gesagt. Sie hat das im Kindergarten gehört. In den Geschichten, die die Erzieherinnen von Jesus erzählt haben. Sofia hat im Kindergarten zu essen bekommen. Das war vor Corona. Wer kümmert sich jetzt um Sofia?

Kinder, die in einer armen Familie groß werden, haben geringe Chancen, dass es ihnen einmal besser geht. Kinder brauchen gute Startbedingungen in ihr Leben, damit sie die eigenen Fähigkeiten entdecken und ausbilden können – dazu braucht es selbstverständlich - Geld.

 

Warum gibt es keine Grundsicherung für Kinder? Ausreichende Regelsätze für Haushalte an der Armutsgrenze?

 

Neben den politischen Lösungen kann ich selbst etwas tun - nach dem Vorbild der ersten Christen: von allem, was ich kann und habe, etwas teilen. Damit alle bekommen, was sie nötig brauchen. (Apostelgeschichte 4,32-35)

Mein Musikinstrument verschenken zum Beispiel, das ich lange nicht gespielt habe. Kostenlos per Videokonferenz Nachhilfe geben. Einen internetfähigen Laptop verschenken. Und: Initiativen unterstützen, die Eltern helfen, sich selbst zu helfen. Damit sie wieder Kraft und Ideen schöpfen, für sich und ihre Kinder gut zu sorgen.

 

( 1 ) https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/materielle-unterversorgung-von-kindern  (letzter Abruf 24.07.20)

 https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2020/juli/kinderarmut-eine-unbearbeitete-grossbaustelle (letzter Abruf 24.07.20)

 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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