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Kirche in WDR 2 | 02.07.2021 | 05:55 Uhr

Kinderträume

„Wenn ich groß bin, will ich Polizist werden“, erzählt Mo. Er ist gerade mal sechs Jahre alt. Ihn faszinieren die Lichter und Sirenen, wenn die Polizei durch das Lager fährt. Wenn es mal wieder Streit gegeben hat – zwischen einzelnen Banden oder Familien. „So ein Auto will ich später auch mal fahren“, sagt er. Vielleicht erfüllt sich eines Tages sein Traum. Bis dahin heißt es: lernen, lernen, lernen. Mo lebt im Flüchtlingslager Za’atari, das liegt im Norden von Jordanien. Er besucht die Vorschule. Aisha ist schon sieben und geht in die zweite Klasse. Sie möchte Krankenschwester werden. Im Lager gibt es eine Krankenstation, eine der Schwestern hat sich mal sehr um sie gekümmert, noch heute geht sie ab und zu vorbei, obwohl sie gar nichts hat, nur um sie zu sehen.

Za’atari ist eines der größten Flüchtlingslager der Welt, es ist vor zehn Jahren entstanden und hat sich längst zu einer Art Stadt entwickelt. Tausende Familien aus Syrien leben hier. Vor den Bomben und Granaten in ihrer Heimat haben sie sich hierher gerettet, ins Nachbarland, sechs Kilometer hinter die Grenze. Die meisten Kinder kennen kaum etwas anderes als Krieg und Flucht und das beengte Leben im Lager.

Im Verhältnis zur eigenen Bevölkerung hat das kleine Jordanien ein Vielfaches an Flüchtlingen aufgenommen im Vergleich zu Deutschland oder Europa. Aber das nur nebenbei bemerkt.

Unicef hat in Za’atari Notschulen und Kinderzentren eingerichtet. So erleben die Jungen und Mädchen einen geregelten Tagesablauf, etwas Alltag im Ausnahmezustand. Mo, Aisha und all die anderen lernen nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen; sie können auch spielen, lachen, kreativ sein. Was Kinder eben so machen. Viele von ihnen haben im Krieg jemanden verloren, Freunde, Nachbarn, Vater oder Mutter. Therapien und spezielle psychosoziale Angebote helfen den Kindern, das Erlebte zu verarbeiten.

Woher ich das weiß? Nun, ich spende regelmäßig für Unicef, Brot für die Welt, Sea-Watch und andere. Die kriegen alle einen Zehner im Monat von mir. Ist das viel? Ist das wenig? Kommt drauf an. Deutschland gibt gut 0,7 % seiner gesamten Wirtschaftsleistung für Entwicklungshilfe aus. Klingt nach nicht so viel. Ich rechne. Wieviel verdiene ich im Monat? Wieviel davon sind 0,7%? Ich greife zum Taschenrechner. Kommt ungefähr hin, auch bei mir. Aber ich finde, da ist immer noch Luft nach oben, in der Entwicklungshilfe – und bei mir selbst. Schon jetzt bekomme ich diese Rundbriefe, in denen mir dann Unicef zum Beispiel berichtet, was sie mit den Spenden machen. Finde ich gut. Es motiviert mich, weiter mitzuhelfen, damit Mo und Aisha und all die anderen Kinder eine Zukunft haben.

 

 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

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