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Kirche in WDR 2 | 07.03.2020 | 05:55 Uhr

Kinoverkündigung


St. Louis – so heißt ein deutscher Kreuzfahrtdampfer in den 30er Jahren. Viele Juden sind an Bord, als dieses Schiff 1939 in Richtung Amerika ablegt. Sie wollen vor den Nazis nach Kuba fliehen. Aber Kuba will die Flüchtlinge nicht haben. Eine Odyssee beginnt. – An diese wahre Begebenheit erinnert der Film „Alle in einem Boot“, der am Donnerstag in die Kinos kommt. Es ist ein Film über ein Theaterensemble, das den historischen Stoff umsetzen will. Dabei treten Meinungsverschiedenheiten zutage.

"Und bitte! – Die Shit-Zigeunerinnen! – Diese alten Hitler-Geschichten interessieren heute keinen Mensch mehr. Ey, wir haben Flüchtlinge, drüben in der Unterkunft. – Ja. – Und keiner will sie. Wie damals auf der St. Louis."

Schon steht die Idee im Raum, einige der heutigen Flüchtlinge als Mitspieler für das Theaterstück zu gewinnen. Regisseur Paul lässt sich darauf ein. Die neuen Schauspieler regen an, den historischen Stoff um Erfahrungen zu ergänzen:

"Dann machen wir jetzt unsere Geschichte. Flucht über das Mittelmeer. Jetzt in einem Schlauchboot. Erfrieren, ertrinken, alles."

Aktuell nach Deutschland Geflohene erzählen nun auf der Bühne von ihrer Flucht. Sie geben Einblicke in eine Welt voller Angst, Gewalt, Leid und Trauer.

"Wir mussten fliehen. In Ägypten gingen wir zum Meer. Und dort wurden wir verhaftet. Elf Tage im Gefängnis. Aber heute wissen wir, dass das Glück war. Weil das Boot, mit dem wir fliehen wollten, gesunken ist. Und alle sind gestorben."

"My husband was shot. And my daughter … in the sea … nobody helped.
(Voice-over: Mein Ehemann wurde erschossen.  Und meine Tochter … im Meer … niemand hat ihr geholfen.)"

Auf der einen Seite stehen solche Schilderungen der Geflüchteten, die unter die Haut gehen. Auf der anderen Seite stehen Vorbehalte und Vorurteile, mit den einige der einheimischen Ensemble-Mitglieder Flüchtlingen begegnen.

"Mein Portemonnaie ist weg, es war hier drin. Jetzt ist es weg. Das ist einfach Scheiße mit denen. – Was? – Wenn ihr könntet, dann würdet ihr uns hier alle umbringen, oder? Das befiehlt Allah doch. – Also mir nicht! Und ich bin gläubig."

Unglaublich, wie schnell ein Diebstahl- oder Terrorverdacht konkreten Personen zugeordnet wird, ohne jeden Beweis. Nur weil die Beschuldigten Flüchtlinge sind. Die Auseinandersetzungen und der latente Streit im Ensemble treiben Regisseur Paul beinahe zur Verzweiflung.

"Warum tue ich mir die ganze Scheiße hier eigentlich an? – Du willst die Geschichte erzählen. – Wozu? – Weil es mit dir zu tun hat. Weil es um Menschlichkeit geht. Weil es dir was bedeutet."

Es geht um Menschlichkeit. Das sehe ich auch so. Ich bin fest davon überzeugt: Jeder Mensch hat eine von Gott gegebene Würde. Diese Würde wurde seinerzeit mit Füßen getreten, als Nazis Menschen schikanierten, in die Flucht trieben oder umbrachten. Diese Würde wird heute massiv missachtet, wo man Flüchtende in überfüllten Lagern vor den europäischen Außengrenzen zusammenpfercht oder sie im Mittelmeer ertrinken lässt oder ihnen, wenn sie bei uns angekommen sind, mit Vorbehalten und Vorurteilen entgegentritt. Und natürlich widerspricht dieser Würde auch, Menschen zu erschießen oder sie absichtlich totzufahren. - Menschlich oder christlich sein geht anders.

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