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Kirche in WDR 2 | 11.08.2020 | 05:55 Uhr

Kirchenasyl

Autorin: Ich bin Judith Uhrmeister, Guten Morgen!

Mein Thema heute Morgen: Kirchenasyl

„Warum Kirchenasyl?“, fragt mich meiner Redakteurin. Jetzt mitten im Corona-Sommer.

Ehrlich gesagt, weil ich mich jetzt zum allerersten Mal damit befasst habe. Das Thema ist lange Zeit eher an mir vorbei gegangen. Keine wirklichen Berührungspunkte. Seit ich angefangen habe, in einer Kirchengemeinde zu arbeiten, die Kirchenasyle durchführt, hat sich das geändert.

 

Plötzlich sind es echte Menschen in Not, die in Gebäuden untergebracht werden, die ich kenne. Quasi in der Nachbarschaft. Ich höre Lebensgeschichten, die so schrecklich sind, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass man solche Umstände überlebt. Und die schrecklichen Fluchtgeschichten hören ja nicht auf, nur weil wir mit dem Coronavirus beschäftigt sind.

 

Kirchenasyle sind in Deutschland umstritten, weil sie sich in einer juristischen Grauzone bewegen. Die Kirchengemeinden verhindern durch ein Kirchenasyl vorübergehend, dass ein Asylbewerber sofort in sein Herkunftsland abgeschoben werden kann. Nach 6-18 Monaten endet die so genannte Überstellungsfrist, also die Zeit, in der ein Asylbewerber von der Polizei aufgegriffen und sofort abgeschoben werden kann. Nach dieser Frist hat derjenige dann die Chance, ein zweites Mal vor Gericht angehört zu werden. Ein überstandenes Kirchenasyl heißt zwar nicht automatisch, dass eine erneute Anhörung zum Erfolg führt. Aber die Erfahrung zeigt, dass es zumindest die Hoffnung auf ein faires Gerichtsverfahren gibt.

 

Ich würde Ihnen das zu gerne mal im Detail erzählen, aber das geht nicht, weil es die Betroffenen in Gefahr bringen könnte. Also habe ich mit meiner Kollegin Elisabeth Schwab gesprochen. Sie hat in unserer Kirchengemeinde schon einige Kirchenasyle organisiert und durchgeführt. Sie ist sehr engagiert. Hat eine große Gruppe von Helferinnen und Helfern. Wichtig ist ihr:

 

O-Ton:  Dass wir nicht den Rechtstaat aushöhlen. Jeder weiß, bei Behörden passieren Fehler. Uns geht es darum, dass wir Härten, die nicht zumutbar sind, dass wir die benennen und helfen, dass wir das verändern können.

 

Autorin: Vielleicht fragen Sie sich jetzt, was hat das alles mit mir zu tun. Was will sie mir damit um kurz vor sechs am frühen Morgen sagen? Warum sollte mich das interessieren?

 

O-Ton: Tja, wie würde es mir ergehen, ist eine ganz wichtige Frage. Was würde ich mir wünschen, wie andere Leute mich behandeln. Das ist eine tiefe Motivation.

 

Autorin: Wie würde es mir ergehen. Ich glaube, das ist der Grund, warum mich dieses Thema so betrifft. Weil mir langsam aber sicher dämmert: Das könnte auch ich sein. Und es gibt noch eine Sache:

 

O-Ton: Gott liebt jeden von uns und sieht auch jeden von uns. Und ich glaube auch, dass Gott sich den Menschen zuwenden will, aber das kann er nur durch uns, durch uns Menschen. Der Heilige Geist wirkt in uns und durch uns. Und wenn das gelingt, dann funktioniert auch Nächstenliebe. Wir müssen uns die Sache zu Herzen nehmen von unseren Mitmenschen.

 

 

Redaktion: Pastorin Sabine Steinwender-Schnitzius

 

 

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