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Kirche in WDR 2 | 19.02.2020 | 05:55 Uhr

Klosolidarität

„Privat.“ Da steht doppelt und dreifach „privat“ auf der Dose mit dem feuchten Klopapier, die auf dem Klo neben dem Besprechungsraum liegt.

Okay. Ich habe eine Idee, warum: die Besitzerin will nicht, dass Leute mit ungewaschenen Händen dran gehen. Oder sie will nicht ständig neues kaufen. Oder das feuchte Klopapier auch nicht immer sichtbar aus ihrem Büro mitnehmen, wenn sie mal muss...

Okay, alles irgendwie verständlich. Aber trotzdem finde ich das komisch. Es ist ein Gemeinschaftsort, so ein Büroklo. Beim Büroklo ist das doch so: Wir sind da nicht nur, weil wir mal müssen. Es ist auch eine ganz kurze Auszeit von der Arbeit. Wenn ich da was ablege, dürfen es auch die anderen nehmen.

So ist es zumindest bei uns auf dem Flur: alles für alle, und weise Postkartensprüche gibt es am Spiegel gratis dazu.

Das private Klopapier ist für mich irgendwie aber auch ehrlich – ein Spiegel des Miteinanders, wenn nicht sogar der Gesellschaft insgesamt. Die einen teilen ihre Sachen gern, die anderen tun sich damit schwer. Es könnte ja einen Nachteil für sie haben. So in etwa: Wenn ich da nicht „privat“ draufschreibe, ist es ständig leer und ich bin die Dumme, die immer nachfüllt.

Klar: Durch Teilen wird das, was mir gehört, weniger. Aber stimmt das immer?

Hab ich mit meiner Klosolidarität nicht viel mehr Erfolg als die Kollegin, die das Eigene gut bewacht? Denn: Durch unser Teilkonzept habe ich immer Zugriff auf drei Handcremes, alle Sorten Tampons, Deos, Lufterfrischer, Klolektüre usw. – die Besitzerin des privaten Klopapiers hat nur das eine: feuchtes Klopapier…

Meine Idee ist: Wenn wir unsere Klosolidarität auf das ganze Leben ausweiten, brauchen wir weniger eigenen Besitz und haben trotzdem mehr zur Verfügung.

Carsharing funktioniert ja auch nach diesem Konzept oder Foodsharing, wie es in vielen Großstädten inzwischen übers Internet organisiert wird. Beides total solidarische Ideen: Einer braucht nur wenig, und andere bekommen etwas ab. Mal gebe ich etwas dazu, mal nehme ich etwas heraus.

Es gibt einen, der das mit dem Teilen extrem an die Spitze treibt: Gott. Ganz kitschig teilt er seine Liebe mit allen Menschen, alle können davon nehmen, niemand wird ausgeschlossen. Und die Liebe reicht trotzdem – für alle. Echte Klosolidarität also.

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