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Kirche in WDR 5 | 25.07.2020 | 06:55 Uhr

Kommunikation

 

Guten Morgen!

Heute wäre Paul Watzlawick 99 Jahre alt geworden. Watzlawick ist ein bekannter Philosoph und Kommunikationswissenschaftler. An ihn muss ich immer wieder denken, wenn ich bei einem Gespräch das Gefühl habe: Mir fehlen da einfach die richtigen Worte. Ich werde nicht verstanden. Und umgekehrt verstehe ich andere auch nicht. Was dann zurückbleibt ist oft ein beredtes Schweigen. Kommunikation, Verstehen und Verstanden-Werden sind manchmal eine echt komplizierte Sache. Und genau das wusste Paul Watzlawick auch. Aber er hat das Verständnis von Kommunikation erweitert.

Eine seiner bekanntesten Annahmen über die Sprache ist: Man kann nicht nicht kommunizieren. Das heißt: Auch wenn ich nichts sage, oder nur eine Geste mache, spreche ich bereits mit meinem Gegenüber. Dieses schweigende Sprechen kann sehr beredt sein: Verletzend, wenn eigentlich Worte erwartet werden. Es kann aber genauso gut auch wohltuend sein, wenn es einen Raum zum Nachdenken eröffnet.

Jesus war ein Meister der Kommunikation, will heißen der Worte - und des Schweigens! Eine Schlüsselstelle ist da für mich eine Erzählung aus dem Johannesevangelium (Joh 8,1-11).

Eine Frau ist beim Ehebruch ertappt worden und wird von den Schriftgelehrten und Pharisäern zu Jesus geführt, um ihn auf die Probe zu stellen. Nach dem damaligen Gesetz müsste die Frau gesteinigt werden. Deshalb fragen sie Jesus: Was sagst Du dazu? Es wäre ein Leichtes gewesen, die Frau zu verurteilen.

Aber was tut Jesus? Er sagt nichts. Er bückt sich und schreibt mit dem Finger etwas auf die Erde. Wir wissen nicht, was er schreibt. Er schweigt einfach nur dabei. Und in diesem Schweigen liegt eben bereits die Kommunikation. Jesus bleibt gelassen, lässt sich nicht provozieren, reagiert nicht vorschnell. Erst als die Umstehenden keine Ruhe geben, spricht er – allerdings nur einen Satz: “Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein auf sie.“ Damit lenkt er die Kommunikation weg von der Frau und hin zu den Schriftgelehrten und Pharisäern in der Runde.

Danach folgt wieder Schweigen. Sowohl von Jesus, der weiter auf die Erde malt, als auch von den Schriftgelehrten und Pharisäern, die sich nach und nach zurückziehen.

Schließlich sind nur noch die Ehebrecherin und Jesus allein übrig. Und selbst da – im Vier-Augen-Gespräch – straft Jesus sie nicht ab und macht sie nicht fertig.

Er wartet erneut ab und spricht dann nur wenige Worte - bedacht.  Er verurteilt sie nicht und legt ihr auch keine Buße auf. Sondern fordert sie auf, ihr Leben zu ändern.

Mich beeindruckt das, wie Jesus hier kommuniziert ruhig zu bleiben, zu schweigen und zu hören und erst dann bedacht zu reagieren.

Reden scheint so einfach – und ist doch oft so schwer – das rechte Wort zur rechten Zeit – und auch das rechte Schweigen zur rechten Zeit – wohl überlegt spricht beides für sich.

Aus Gladbeck grüßt Sie Meike Wagener-Esser

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