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Kirche in WDR 2 | 15.03. 2019 | 05:55 Uhr

Kompliziert, unbequem, teuer: ABER GUT!

Die bunten Luftballons sind mit Helium gefüllt, die Karten an robusten Schnüren festgemacht. Meine Freundin Anna will nicht mehr so viel konsumieren, deshalb dürfen wir ihr nichts schenken außer einem Geburtstagswunsch, den wir in den Himmel fliegen lassen. Gott wird unsere Wünsche lesen und vielleicht auch Anna, wenn jemand die Karten findet und sie zurückschickt. Die wasserfesten Stifte liegen bereit, nur Marie und Robert nehmen sich keinen. Ich halte ihnen einen hin. „Nee, also, was das dann für einen Luftballonmüll in der Natur gibt“, sagt Marie. Robert fügt an: „Das sind ja leider keine biologisch abbaubaren Luftballons.“ Ich seufze, ich kann die Beiden so gut verstehen - das habe ich auch sofort gedacht, aber ich habe trotzdem mitgemacht.

So einfach wie Marie und Robert das sagen, finde ich, ist es nämlich nicht. Es ist wie immer viel komplizierter: Wenn ich ethisch verantwortlich leben will. Nicht nur die Umwelt ist wichtig, auch Anna, die sich so viel Mühe gemacht hat und so strahlt als die Luftballons in den Abend fliegen. Ich hab ihr nachher in einem guten Moment gesagt, wie schön ich die Aktion fand und dass es jetzt übrigens auch Ökoluftballons gibt.

Marie und Robert habe ich mich nicht getraut zu sagen, was ich denke. Nämlich dass sie aus unserem Freundeskreis die Einzigen sind, die schon im Studium ein Auto hatten und ob das denn wirklich nötig gewesen ist? Ich habe Angst, moralisch rüberzukommen. Vielleicht haben auch sie ihre Gründe. Ethische Fragestellungen sind immer vielschichtig.

Schwieriger als biologisch abbaubare Luftballons finde ich die politischen Fragen. Ich bin für den Ausstieg aus der Kohle. Ich finde es toll, dass junge Menschen demonstrieren und sagen – es ist unsere Zukunft, die ihr da verheizt. Wenn aber Menschen protestieren, deren Auskommen an der Kohle hängt, dann kann ich  auch sie gut verstehen. Ich wünsche mir dann so, dass man beiden Seiten entgegenkommt. Ich glaube nämlich, dass sonst die Verlierer verärgert auf die Gewinner schauen, sie womöglich bekämpfen. Ich weiß, mein Wunsch ist unbequem und teuer. Aber so ist das meistens. Bei guten politischen, aber auch privaten Entscheidungen. Trotzdem bin ich dafür, „in die Moral zu investieren“. Denn die Stimmung macht die Musik. Gesamtgesellschaftlich können wir uns eines gewiss nicht leisten: noch mehr schlechte Stimmung.

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