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Kirche in WDR 4 | 04.07.2019 | 08:55 Uhr

Krankenbesuch

Guten Morgen!

Oma Paulsen war krank: Erkältung, Fieber, Husten, Schnupfen. Oma Paulsen, die alte Dame in unserer Nachbarschaft, musste für ein paar Tage im Bett bleiben. Mehr denn je sehnte sie sich nach Besuch. Ihre Enkelin Nicole hat fest versprochen, sie bald zu besuchen. Aber sie kam nicht. Endlich, zwei Wochen später, kommt sie doch. Die Oma empfängt sie zunächst freundlich, sagt dann aber: Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht – das kennst du doch?

Nicole stutzt. Nein, das kennt sie nicht. Ein bisschen schämt sie sich, dass sie ihr Versprechen nicht gehalten hat.

Was Oma Paulsen zitiert hat, entstammt einer Geschichte, die Jesus erzählt. Es geht um das Ende der Zeiten. Dann, sagt Jesus, werde ich über die Völker der Erde zu Gericht sitzen. Ich werde sie voneinander scheiden, die einen zu meiner Linken, die andern zur Rechten. Zu den einen sage ich: Ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich war fremd, ich war nackt, ich war krank, ich war im Gefängnis, und ihr habt euch meiner angenommen. Darauf reagieren die Angesprochen höchst erstaunt: Wann ist all das geschehen?, fragen sie. Sie wissen nichts davon. Und der Weltenrichter antwortet: Was ihr für einen meiner Brüder oder eine meiner Schwestern getan habt – und wenn sie noch so unbedeutend sind –, das habt ihr für mich getan. Dann sagt Jesus, wende ich mich an die zur Linken: Ich war hungrig, und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich war durstig, ich war fremd, ich war nackt, ich war krank und im Gefängnis, und ihr habt euch nicht um mich gekümmert. Und auch diese fragen fassungslos: Wann bist du uns begegnet, und wir haben all das nicht an dir getan? Die Antwort: Was ihr für andere nicht getan habt – und wenn sie noch so unbedeutend waren –, das habt ihr auch für mich nicht getan!

Sie wissen nichts davon – weder die einen noch die anderen. Unbewusst, ohne Jesus in den Hungrigen, Durstigen, Fremden, Nackten, Kranken oder Gefangenen zu erkennen, haben sie geholfen. Oder eben nicht. Man kann nie wissen, wen man vor sich hat, wenn man einem Not leidenden Menschen gegenüber steht. Jesus sagt in seiner Zukunftsvision: Diejenigen, die tatkräftig geholfen haben, ahnten nicht, wem sie halfen. Sie halfen aus Liebe. Keine Spur von Berechnung. Die Geschichte schärft die Aufmerksamkeit, öffnet den Blick für den leidenden Mitmenschen vor meinen Augen. Und zugleich widerspricht sie jeder kalkulierten, eitlen Selbstlosigkeit.

Oma Paulsens Enttäuschung über ihre Enkelin ist verständlich. Sie zitiert Jesus: Sie will ihrer Enttäuschung damit ein besonderes Gewicht geben. Das wird aber nicht gelingen, denn die hilfsbereiten Menschen in der Geschichte helfen ja unaufgefordert. Vielleicht setzen sich Oma und Enkelin gemeinsam hin und lesen mal in der Bibel nach: Matthäus, Kapitel 25. Und sprechen dann darüber.

Liebe Hörerinnen und Hörer, wer weiß, ob Ihnen heute Jesus begegnet. In einem hilfsbedürftigen Menschen. Dann wünsche ich Ihnen einen wachen Blick

Ihr Andreas Duderstedt aus Bielefeld

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