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Kirche in WDR 2 | 15.02.2021 | 05:55 Uhr

Kumm, mir singe alaaf

Heute ist wieder Montag, aber nicht irgendein Montag, sondern Rosenmontag! Und vor einem Jahr, da war ich um diese Zeit schon geschminkt im Kostüm, denn:

Vor einem Jahr hat mich das Kölner Festkomitee zusammen mit vielen anderen Menschen aus allen Kölner Veedeln eingeladen, auf dem Kölner Rosenmontagszug mitzugehen. Was soll ich sagen: Das war unglaublich.

Wir haben uns aufgestellt. Sind langsam immer der Musik hinterher zur Severinstorburg. Da fängt der Zoch ja an. Immer näher, immer näher sind wir an das Tor gekommen. Und auf einmal – zack - waren wir durch. Was für ein Spektakel! Was für ein Singen, Rufen, Feiern, Schunkeln! Konfettiregen! Kamellerufe! Und vor allem Musik! Musik! Musik. Humba Tätärä wo du auch hinguckst. Unfassbar. Wunderschön. Mir sind echt die Tränen die Backen runtergelaufen. „So muss es sein, Pitter, wenn es in den Himmel geht“ hab ich gedacht. Und dann habe ich mitgerufen, mitgesungen, mitgefeiert und Kamelle geschmissen, was die Arme hergaben.

Wie wichtig der Karneval ist, das merke ich in diesem Jahr. Weil er so fehlt. Es fehlt sein Übermut. Seine Zuversicht. Seine Grenzenlosigkeit. Seine Anarchie. Wie sehne ich mich danach in einer Zeit von Abstand, Regeln und Kontrollen. Mir fehlt vor allem seine Musik. Ihre Fröhlichkeit, ihr Blödsinn, aber auch ihre Melancholie. Mir fehlt das Unterhaken. Einfach Zusammenstehen. Zusammen Quatsch machen.

Denn der Karneval ist ja so ähnlich wie der Gruß aus der Küche in einem Restaurant. Er macht Appetit auf das was mal kommt. So ähnlich wie der Rosenmontag ist der Himmel. Also der Ort, wo das, was das Wunderbare, Herrliche, Einmalige verstellt ein für alle Mal und nicht nur für fünf Tage weggeräumt ist. Sehnsuchtsort. Ewiger Rausch ohne Reue, ohne Aufwachen. Und weil das bloße Nachdenken über den Himmel nicht jedem liegt, probieren wir ihn im Karneval halt schon mal aus. Das ist die Idee von Karneval, vom Fastelovend.

In der Agneskirche in Köln feiern wir heute um 11:11 Uhr einen Gottesdienst zum Zuhören. Wir denken an die Menschen, mit denen wir keinen Karneval mehr feiern können. Und wir wollen uns von der kölschen Musik trösten lassen. Deswegen singen wir den Stammbaum, wir singen davon, dass die Liebe gewinnt, wir versprechen, der Ähl e paar Blöömcher ze schenke. Und wir singen natürlich auch das hier, vielleicht DAS Hoffnungslied der Session, komponiert von Brings:

Un mir singe Alaaf, villeich e bessje stiller
Un dat, wat do wor, kütt janz bestimmp baal widder
Kumm, mer singe Alaaf, denn süns sin mir verlore
Un mir singe janz hösch för e besser Morje.

Wir singen alaaf, denn sonst sind wir verloren. Eine geniale Begründung für den Karneval. Der Sehnsucht nach dem Himmel folgen. Wie wäre das? Ich versuchs jedenfalls. Gerade heute, am Rosenmontag.

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