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Kirche in WDR 3 | 11.02.2021 | 07:50 Uhr

Lachen

Alaaf und Helau! Und guten Morgen an Weiberfastnacht.

 

In Köln normalerweise Ausnahmezustand. Kaum möglich zu arbeiten. Denn heute würden sich viele – nicht nur in Köln - singend und schunkelnd in den Armen liegen, während der andere Teil froh ist, möglichst weit weg vom Karnevalstrubel zu sein. Herren müssten ihre Krawatten in Sicherheit bringen. Und in meiner Kirche mitten in Köln wäre alles bunt geschmückt und man würde viele Menschen lachen hören. Aufs Zusammenkommen da müssen wir dieses Jahr verzichten – aufs Lachen nicht.

 

Kirche und Karneval das gehört einfach zusammen. Und doch werde ich immer wieder gefragt, wie das zusammenpasst. – Kirche und Lachen. Kirche und Humor.

Einige Tage nach einem Karnevalsgottesdienst in meiner Gemeinde vor ein paar Jahren, sagt ein älterer Herr zu mir: „Das gehört sich aber nicht, dass in der Kirche so viel gelacht wird.“ Ich bin etwas verdutzt. „Warum denn nicht?“, frage ich. Seine knappe Antwort: „Jesus hat auch nicht gelacht!“

 

Das macht mich neugierig. Und in der Tat. In der Bibel wird an keiner einzigen Stelle erzählt, dass Jesus lacht. Schade eigentlich. Ich glaube, Jesus war ein Mensch, der gerne gelacht hat. Der gerne gefeiert hat, mit anderen gesellig zusammensaß.

In den Heiligen Schriften der anderen Religionen ist das so: Der lachende Mohammed taucht fünfzigmal im Koran auf. Und auch im Judentum wird erzählt, wie Abraham lacht.

Fehlt also den Christinnen und Christen der Humor? Ich glaube nicht!

 

Aber Lachen und Kirche haben lange nicht zueinander gepasst. Im Mittelalter zum Beispiel, gehört Lachen in die Welt des Teufels und der Dämonen. Es heißt damals, das Lachen würde das Gesicht zu einer Fratze verzerren. Umberto Eco macht diesen Aberglauben zum Thema seines Buches „Der Name der Rose“.

Und dennoch gibt es seit dem 14. Jahrhundert in vielen Gemeinden den Brauch des Osterlachens. Und das geht so: Der Pfarrer erzählt im Ostergottesdienst in seiner Predigt Witze. Und bringt die Gemeinde zum Lachen. Mit diesem Osterlachen zeigen die Glaubenden wie sehr sie sich freuen, dass Christus vom Tod auferweckt wurde und sie erlöst hat.

 

Und dennoch werde ich das Gefühl nicht los: Vielleicht hat der Mann, der mich damals angesprochen hat, irgendwie auch Recht. Religion, Glaube und Spiritualität – das ist doch etwas sehr Persönliches. Man spricht oft ein bisschen verschämt darüber und auch nicht mit jedem oder jeder. Humor dagegen ist offen und lebt vom Kontrollverlust. Das ist wohl der eigentliche Grund, warum die Kirche Angst vor Humor hat: Die Angst vor Kontrollverlust.

Da werden kurzerhand die Regeln außer Kraft gesetzt und die Machthabenden auf die Schippe genommen. Und das bei einem so vermeintlich ernsten Thema wie Glaube und Religion.

Allerdings – die Menschen lassen es sich nicht nehmen: Religiöse Würdenträger und religiöse Strukturen sind oft Inhalt von Witzen. Der Witz macht sich dann gar nicht über den Glauben oder die Gläubigen lustig, sondern über die manchmal merkwürdigen Strukturen und Ordnungen. So wie hier…

 

Ein Mönch beobachtet seinen Mitbruder. Der betet mit der Zigarette im Mund. Entrüstet stellt der Mönch seinen Mitbruder zur Rede: „Ich habe unseren Abt gefragt, ob ich während des Betens rauchen darf – und er hat es mir ausdrücklich verboten. Das Verbot muss also auch für dich gelten!“ – „Ich habe auch den Vater Abt gefragt.“ entgegnet der andere gelassen. „Ich habe gefragt, ob ich beim Rauchen beten darf – er hatte überhaupt nichts dagegen!“

 

Dass Sie heute was zu lachen haben, das wünscht Ihnen,

Ihr Pfarrer Oliver Mahn aus Köln.

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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