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Kirche in WDR 4 | 23.09.2020 | 08:55 Uhr

Leistung lohnt sich?

Guten Morgen!

 

Kräftemessen macht Spaß. Besonders angesagt zurzeit: das Fahrradfahren. Ob elektrisch oder herkömmlich. Gerade in diesem Jahr boomt die Branche. Viele Modelle sind ausverkauft. Aber, kennen Sie das: Da erzählt jemand wie viele Kilometer er mal wieder am Wochenende geschafft hat. Doch die Reaktionen sind gemischt. Der eine Zuhörer denkt: „Ganz schön beeindruckend, starke Leistung! Das möchte ich auch können. Da muss ich wohl noch ziemlich trainieren.“ Der nächste wiederum hat ganz andere Gedanken dazu: „Was für ein Angeber! Wie kann man nur so prahlen? Unmöglich!“

 

Nun ist es leider so: Leistung hat heute einen hohen Stellenwert. Es gibt praktisch keinen Bereich im Leben, in dem es nicht um Leistung geht. In der Schule, im Beruf sowieso und auch in manchem privaten Bereich. Nicht nur gute Noten zählen oder der Erfolg im Job. Manche sammeln Ehrenämter oder suchen im Sport immer neue Bestmarken. Der eine pflegt definitiv die gesündere Ernährung, der nächste die bessere Klimabilanz.

Fähigkeiten, Erfolge und Talente sind ja eine gute Sache. Anstrengend wird es, wenn diese nach außen immer wieder kundgetan werden müssen.

 

Es gibt allerdings einen Bereich im Leben, da ist der Leistungsgedanke völlig fehl am Platz. Das ist der Glaube an Gott. Hier gibt es keine Leistungen, die zu erbringen wären. Im Leben mit Gott gibt es nur Gnade. Das ist ein altes Wort, bedeutet aber ganz schlicht: Gott schenkt mir seine Liebe. Ich kann sie mir nicht verdienen. Und deshalb kann ich auch nicht damit prahlen.

 

Ich kann auch nicht mehr oder weniger glauben als andere. Diese Kategorien spielen bei Gott keine Rolle. Er hält den Bereich des Glaubens frei von jedem Leistungsgedanken. Das hat Martin Luther einmal zugespitzt in drei Schlagworten gesagt: „Allein durch den Glauben, allein durch die Bibel, allein durch Gnade.“ Nur dadurch besteht der Mensch vor Gott, nicht durch seine Erfolge. Ich finde das unglaublich entlastend. Seine Liebe ist ein unverdientes Gottesgeschenk.

 

Leider sind es die Menschen gewohnt, sich immer wieder in den Vordergrund zu stellen mit dem, was sie sind und können.

 

Da besteht die Gefahr, dass Christen sich auch mit ihrem Glauben brüsten - oder mit ihren Erfahrungen mit Gott. Eben so, als hätten sie das selbst erreicht.

 

Und genau das ist ein Irrglaube. Zu behaupten, ich sei gläubiger oder frommer als der andere - oder sogar: Ich sei der bessere Christ. Das widerspricht geradezu der frohen Botschaft von Gottes Liebe zu den Menschen.

 

So freue ich mich also gern über Erfolge beim Radfahren oder im Beruf. Im Glauben kann ich dagegen nur dankbar sein. Denn da ist Konkurrenzdenken fehl am Platz.

Seien wir einfach froh: über die Liebe, die uns umhüllt und stärkt, ohne dass wir etwas dafür tun können.

Was für ein Geschenk!

 

Meint Pfarrer Bernd Becker aus Bielefeld.

 

Redaktion: Landespfarrerin Petra Schulze

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